Steutz l Es war im vergangenen Jahr, dass Manfred Werner seinen 75. Geburtstag feierte. Der Zerbster und Vorsitzende des Imkervereins Zerbst und Umgebung bat seine Gäste von Geschenken abzusehen und stellte stattdessen ein Sparschwein auf. Mit dem Geld sollten Bäume gepflanzt werden.

Bäume gepflanzt

Nun war es soweit. Manfred Werner hatte sich mit Ute Schilling vom Grünflächenamt der Stadt Zerbst verständigt, dass es nicht unbedingt die Stadt sein müsste, wo die Bäume gepflanzt werden. So kam der Vorschlag Steutz.

Das passte für Manfred Werner gut zusammen. Da auch viele Imker, die ja nicht nur aus Zerbst, sondern aus den Orten des Umlandes kommen, bei seinem Geburtstag dabei waren und das Sparschwein fütterten, ließ er die Bäume nicht nur in seinem, sondern im Namen des Imkervereins pflanzen. In Steutz ist die Baumpflanz- aktion außerdem eine Ergänzung zu der Bienenausstellung, die es in der Schauschmiede gibt. Und einen besseren Standort als an der Grundschule hätte man auch nicht finden können, sind sich die Imker sicher. Acht Winterlinden komplettieren nun die Baumreihe auf dem Grünstreifen an der Straße des Aufbaus vor der Schule.

„Unser Anliegen ist es, etwas Gutes für die Umwelt, das Dorf und die Imker zu tun“, so Manfred Werner. 500 Euro, die gut investiert sind. Die Winterlinden bilden in der Regel sehr viele Blüten aus. Sie sind eine hervorragende Nektarquelle für Bienen, weiß Werner. Vielleicht bieten sich ja mal Beobachtungsmöglichkeiten für die Grundschüler, zieht Manfred Werner in Betracht. Auch könnten die Kinder zu Trockenzeiten die Bäume mit einer zusätzlichen Kanne Wasser versorgen.

Die Pflanzung wurde am Donnerstag von der Baumschule Wichmann durchgeführt und auch die Pflege für die nächsten zwei Jahre übernimmt der Steckbyer Betrieb. Die Steutzer Ortsbürgermeisterin Regina Frens freut sich sehr über die Aktion und dankte Manfred Werner und seinen Imkerkollegen herzlich. „Wir haben in letzter Zeit viele Bäume verloren“, sagte die Ortsbürgermeisterin. Da sei es wichtig, wieder Bäume nach zu pflanzen.

Zwei neue Mitglieder

Die Aktion soll kein Schlusspunkt für die Imker sein. Auch in anderen Dörfern wären Baumpflanzungen denkbar. Schön wäre es, wenn es in allen Dörfern auch wieder Imker geben würde. „Es ist nicht so, dass wir Imker aussterben“, so Manfred Werner. In diesem Jahr konnte der Verein schon zwei neue Mitglieder aufnehmen, zwei weitere Kandidaten gibt es noch. Mit zwei bis vier neuen Mitglieder jedes Jahr ist der Trend positiv, was die Imkerei betrifft. „In diesem Jahr werden wir die 50er Mitgliedermarke knacken“, frohlockt Manfred Werner.

Junge Familien, die sich mit einem oder zwei Kindern irgendwo ein Haus gekauft und niedergelassen haben, seien heutzutage durchaus interessiert, sich Bienenvölker anzuschaffen, um eigenen Honig zu produzieren, weiß Manfred Werner. Jungimker erhalten im Verein vielfältige Unterstützung. Paten stehen zur Seite, Gerätschaften werden zur Verfügung gestellt. Auch Förderprogramme können greifen.

Als Imker muss man zwar nicht zwingend im Verein sein, aber die gegenseitige Unterstützung, der Erfahrungsaustausch und die Fachinformationen sind durchaus von Vorteil. Auf jeden Fall müssen Bienen beim Veterinäramt angemeldet werden und bei der Tierseuchenkasse, gibt der Vereinsvorsitzende den Hinweis.

Er ist zufrieden, dass es nach ersten Erfassungen im Verein wenig Verluste über den Winter gegeben hat. „Die Imker haben ihre Völker gut auf den Winter vorbereitet“, resümierte er. Eine Bienenstandsbegehung des Vereins wird es in diesem Jahr auf dem Flugplatz geben. Im August findet der alljährliche Imkertag in Jütrichau statt.