Zerbst l Die gute Nachricht vorweg: Die Tage einer gesperrten Friedrich-Naumann-Straße sind wohl gezählt. Die soll spätestens am 15. Dezember wieder freigegeben werden, erklärt Jürgen Ehle vom Abwasserzweckverband Elbe-Fläming. Geplant war ursprünglich, dass die Kanalbauarbeiten bis 27. Oktober abgeschlossen sind.

„Sobald die Friedrich-Naumann-Straße wieder für den Verkehr freigegeben ist, schließen sich an der Frauentorplatzkreuzung nahtlos Schachtarbeiten zum Verlegen des Regenwasserkanals an, der das Problem der Entwässerung in diesem Bereich sowie in der Lusoer Straße lösen soll“, informiert Dieter Habelmann vom Tiefbauamt der Stadt Zerbst auf Nachfrage.

In diesem Bereich werde der Regenwasserkanal der Lusoer Straße, die Straße Alter Teich kreuzen, so Habelmann. Dazu werden der Alte Teich zwischen der B 184 und dem Kreuzungsbereich sowie der gesamte Kreuzungsbereich Frauentorplatz gesperrt. „Dieser Bereich soll pünktlich zu Beginn der Feiertage am 22. Dezember wieder freigegeben werden“, erklärt Matthias Neckmann von der bauausführenden Firma Zetiba.

In Innenstadt weiter Geduld gefragt

Dann ist im Kreuzungsbereich Frauentorplatz nur noch ein Abbiegen aus Richtung Breite in die FriedrichNaumann-Straße und umgekehrt möglich. Ortskundige werden dann wohl verstärkt die Wolfsbrücke und die Breite nutzen. Dies dürfte die innerstädtische Verkehrssituation wohl kaum entspannen. Schon jetzt sind die Dessauer Straße, Jeversche Straße, Fritz-Brandt-Straße und die Breite durch die gesperrte Naumann Straße stärker frequentiert als sonst. Wer aus Nebenstraßen wie beispielsweise der Käsperstraße oder der Schloßfreiheit auf die genannten Straßen einbiegen möchte, braucht also weiterhin Geduld, erst recht im nachmittäglichen Berufsverkehr. Dies wird dann wohl auch noch eine Weile so bleiben.

Derweil läuft der grundhafte Ausbau der Lusoer Straße, der am 27. September begonnen hat, weitgehend planmäßig. Probleme gibt es allerdings mit dem Wurzelwerk der gefällten Bäume. „Die Telekom- und Stromleitungen liegen direkt im Wurzelbereich, somit ist ein erhöhter Aufwand zur Entfernung der Baumstumpen notwendig“, sagt Dieter Habelmann. Dennoch lägen die Bauarbeiten voll im Zeitplan.

Während der Bauarbeiten ist die Lusoer Straße ebenfalls gesperrt. Zu den Einkaufsmärkten gelangt man nach Öffnung der Friedrich-Naumann-Straße über die Roßlauer Straße. Auch die Zufahrt über die B 184 bleibt vorerst bestehen, möglich ist die Zufahrt auch über die Jütrichauer Straße.

Radfahrstreifen geplant

Die Lusoer Straße wird auf einer Länge von knapp 500 Metern ausgebaut und erhält eine sieben Meter breite Fahrbahn. Vom Frauentorplatz in Richtung B 184 ist ein Radfahrstreifen geplant, der auf dem Bitumen markiert wird. Auch die Gehwege werden komplett erneuert. Die Bauarbeiten sollen etwa ein Jahr dauern.

Für Ärger sorgt derzeit eine weitere Baustelle im Dohlenweg in der Amtsmühlenweg-Siedlung. Hier wird die Schmutzwasserleitung repariert beziehungsweise erneuert. Die Anwohner fanden am 24. November ein Info-Blatt zu den Bauarbeiten im Briefkasten. Das Problem: Das Schachten sollte schon am 27. November beginnen, also nur drei Tage nachdem die Anwohner informiert worden waren, und soll bis voraussichtlich 22. Dezember dauern. Da hält sich verständlicherweise die Begeisterung in Grenzen.

Zufahrten und Zugänge zu den Grundstücken werden teilweise und zeitweise blockiert, heißt es in dem Info-Blatt. „Leider habe ich keine Informationen im Internet beim Abwasserverband, dem Zerbster Amtsboten oder durch andere Quellen gefunden. Wir werden jetzt hier vor vollendete Tatsachen gestellt“, ärgert sich Holger Zähle, Anwohner des Dohlenwegs. Die Frage sei auch, ob Kosten auf die Anwohner zukommen.

Keine Kosten für die Anwohner

„Kosten kommen keine auf die Anwohner zu“, macht Michael Specht, Meisterbereichsleiter Zerbst beim Abwasserzweckverband Elbe-Fläming, deutlich. Eigentlich sei hier eine Vollsperrung geplant gewesen. „Doch die Baufirma arbeitet abschnittsweise und macht zum Feierabend die jeweiligen Grundstücke wieder befahrbar“, sagt Specht.

Man versuche die Behinderungen für die Anlieger so gering wie möglich zu gestalten und werde auf jeden Fall mit den Anwohnern im Gespräch bleiben.