Zerbst l Am Abend des 4. November sind in der Stadt zahlreiche Detonationen von Böllern zu hören. Einer davon landet offensichtlich hinter der Klappe der Fahrkartenausgabe im Automaten auf dem Zerbster Bahnhof. Ein junger Mann, der eine Rauchentwicklung wahrnimmt, informiert schließlich die Leitstelle.

Der Alarm geht um 20 Uhr bei der Zerbster Feuerwehr ein. „Wir haben den Fahrkartenautomaten nach unserem Eintreffen in Augenschein genommen. Gebrannt hat er allerdings nicht mehr“, sagt Ortswehrleiter Steffen Schneider. Die Feuerwehr geht davon aus, dass ein Böller die Rauchentwicklung verursacht hat.

Detonation setzt Automaten außer Betrieb

„Die Reste sind hinter der Klappe der Fahrkartenausgabe noch zu sehen. Es deutet alles darauf hin, dass es sich nicht um einen normalen, sondern um einen sogenannten ‚Polen-Böller‘ handelt“, so Schneider. Der Ortswehrleiter ruft die Polizei dazu. Die starke Detonation der Böller setzt den Fahrkartenautomaten außer Betrieb. Er kann derzeit nicht genutzt werden. Insgesamt sind 17 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit vier Fahrzeugen Vorort.

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Nur zwei Stunden später hören auch Anwohner der Priegnitz mehrere Böller-Explosionen. Wenig später steht ein Sperrmüllhaufen vor ihrer Tür in Flammen. Während sie auf die alarmierte Feuerwehr warten, versuchen sie selbst den Brand mit Wassereimern zu löschen. Ein junger Mann zieht den Sperrmüll auseinander und verhindert so, dass sich die Flammen weiter ausbreiten können.

Sperrmüllhaufen schnell gelöscht

Die angerückten Einsatzkräfte haben den Sperrmüllhaufen schnell gelöscht. Was bei Steffen Schneider am Rande der Löscharbeiten allerdings Kopfschütteln und Unverständnis hervorruft, der Sperrmüll wurde direkt auf einen Hydranten abgelegt. „Man möge sich vorstellen, wir treffen hier auf ein ganz anderes Brand-Szenario. Das Freiräumen von überparkten oder zugestellten Hydranten, erst Recht in einem Wohngebiet mit zahlreichen Ein- und Mehrfamilienhäusern, kostet wertvolle Zeit und ein Gebäudebrand endet womöglich mit einer Tragödie“, gibt Schneider zu bedenken.

Überall, wo sich Hydranten befinden, würden auch Schilder darauf hinweisen, wo genau. „In diesem Fall, vom Schild 3,5 Meter nach rechts und dann sechs Meter nach vorn, also genau unter dem Sperrmüllhaufen. Hier sollten Vermieter unbedingt mehr Aufklärungsarbeit leisten“, fordert der Ortswehrleiter. Schneider: „Hydranten müssen zu jeder Zeit frei zugänglich sein. Sie retten im Ernstfall Leben, mahnt Steffen Schneider.“

Im Einsatz in der Priegnitz sind 14 Kameraden. Den Rest der Nacht bleibt es ruhig. Die Böller sind vermutlich aufgebraucht.