Zerbst l Diese Nachricht ist ein Schock für alle Commerzbank-Kunden aus Zerbst und der näheren Umgebung. In einer Pressemitteilung informierte die Bank darüber, dass die Filiale in der Innenstadt geschlossen bleiben wird. Und das für immer. „Durch ein verändertes Kundenverhalten und letztlich die Corona-Krise reagiert die Commerzbank jetzt“, heißt es in dem Schreiben. „Wir werden die Filiale in Zerbst, die Corona-bedingt bereits seit Mitte März geschlossen ist, nicht wieder öffnen und mit der Filiale in Dessau zusammenlegen“, wird der Markbereichsleiter Thomas Schlegel zitiert.

Auf Anfrage der Volksstimme reagiert die Bank mit Zurückhaltung. „Durch die zunehmende Digitalisierung haben wir nach langer Überlegung beschlossen, den Standort mit der Filiale in Dessau zusammenzulegen“, so die Pressesprecherin für die Region Ost, Sabine Schanzmann-Wey. „Immer mehr Menschen nutzen für den alltäglichen Bedarf das Online-Banking. Dieser Trend hat sich durch die Corona-Krise nochmal verstärkt und das kontaktlose Bezahlen steht im Vordergrund.“

Für ältere Menschen besonders hart

Für viele, gerade ältere Menschen in der Region ist dies jedoch kein großer Trost. Für Finanzthemen wie die Vermögensanlage, die Baufinanzierung oder die Altersvorsorge müssen sie jetzt nach Dessau fahren. Laut der Pressemitteilung seien die Kunden aber durchaus bereit, für derart wichtige Themen etwas größere Entfernungen in Kauf zu nehmen.

Für die drei Mitarbeiter der Filiale bedeutet dies wie auch in den vergangenen Monaten immerhin nicht der Jobverlust. Sie sollen nahtlos in Dessau die Kunden der Region Zerbst betreuen.

Uneinigkeit über Bargeldauszahlung

Uneinigkeit herrscht allerdings über das Thema Bargeldauszahlung. Laut der Pressesprecherin ist es noch unklar, ob der sogenannte SB-Bereich vor der Filiale bestehen bleiben wird. Anderenfalls müssten Kunden der Commerzbank auf inländische Geldautomaten der Cash-Group ausweichen. Zu dieser gehören beispielsweise neben der Commerzbank die Deutsche Bank, die Postbank und die HypoVereinsbank.

„Wir haben einfach auf die aktuelle Situation reagiert. Es kann immer sein, dass der eine oder andere mit der Zusammenführung der Filialen nicht zufrieden ist. Trotzdem ist dies aus unserer Sicht die sinnvollste Lösung auf das veränderte Kundenverhalten in der Region“, so Sabine Schanzmann-Wey.

Fahrt nach Dessau unabwendbar

Laut der Pressesprecherin betreffen die Zusammenlegungen einzelner Filialen eher Ballungsräume und Großstädte. In diesem speziellen Fall seien verschiedene Standorte angeschaut und das Kundenverhalten analysiert worden. Hier fiel die Zerbster Zweigstelle durch das Raster. Jetzt bleibt nur die Fahrt nach Dessau.