Buchkunst

Erfolgreich: Zerbsterin Katja Spitzer illustriert Bestseller

Katja Spitzer lässt Texte lebendig werden. Mit fantasievoller Kreativität illustriert die gebürtige Zerbsterin Bücher. Der in 50 Sprachen übersetzte Bestseller „Haut nah“ von Yael Adler gehört dazu.

Von Daniela Apel Aktualisiert: 12.05.2022, 09:39 • 11.05.2022, 17:47
Über 30 Bücher hat Katja Spitzer inzwischen illustriert. Einblicke gewährt sie in ihrer Personalausstellung zur "Zerbster Kulturzeit 2022".
Über 30 Bücher hat Katja Spitzer inzwischen illustriert. Einblicke gewährt sie in ihrer Personalausstellung zur "Zerbster Kulturzeit 2022". Foto: Daniela Apel

Zerbst - Farbenfroh, originell und charmant ist die fantasievolle Welt von Katja Spitzer. Mit reichlich Kreativität und künstlerischem Talent hat sich die junge Frau als Illustratorin einen Namen gemacht, ist inzwischen sogar weltweit präsent. Nun zeigt sie ihre Arbeiten erstmals in ihrer Geburtsstadt Zerbst.

„Ein Krokodil darf nicht rot sein - oder doch?“ lautet der Titel ihrer Personalausstellung anlässlich der diesjährigen „Zerbster Kulturzeit“. Im Museum am Weinberg erfahren Besucher, wie Bilder für Bücher entstehen. Katja Spitzer nimmt sie mit auf eine Reise in ihren Alltag, in dem sie Texten anschaulich Ausdruck verleiht.

Schon als Kind hat die 43-Jährige gern und oft gezeichnet. „Meine Lehrer haben gesagt, dass ich das gut kann“, erinnert sie sich an die ersten positiven Kritiken. Zu Hause erfuhr sie ebenfalls Unterstützung bei ihrem liebsten Hobby. „Mein Vater hat mich gefördert“, erzählt die junge Frau. Die Rede ist vom Autor und Maler Jürgen Spitzer.

Katja Spitzer ist für den Jugendliteraturpreis nominiert

Beruflich unterrichtete er in Zerbst als Lehrer für Deutsch und Geschichte viele Schülergenerationen. Tochter Katja hingegen studierte zunächst Kunstgeschichte und Geschichte an der Martin-Luther-Universität in Halle, bevor sie an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig aufgenommen wurde. Ein Gastsemester führte sie nach Luzern in der Schweiz.

2007 fing Katja Spitzer dann an, als Illustratorin Fuß zu fassen. Es war, wie sie gesteht, ein langer Weg, den die zielstrebige Zerbsterin jedoch mit Hartnäckigkeit und Enthusiasmus beschritt. Immerhin war es genau das, was sie machen und womit sie Geld verdienen wollte. Auf Buchmessen bemühte sie sich mit der Bildermappe unterm Arm um Kontakte zu Verlagen. Anfangs half ihr auch eine Agentin, an Aufträge zu gelangen und Honorare auszuhandeln.

Inzwischen kümmert sich Katja Spitzer längst selbst darum, an neue Projekte zu gelangen. „Ich schicke immer mal wieder Arbeitsproben ein“, erzählt sie. Auf diese Weise ruft sie sich bei den Verlagen in Erinnerung. Hilfreich seien auch Preise, bemerkt die Wahl-Berlinerin. Einige Auszeichnungen erhielt sie mittlerweile. Aktuell ist das von ihr illustrierte Buch „Hey, hey, hey, Taxi!“ von Saša Stanišić für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 nominiert. Die unterhaltsam-verrückten Geschichten mit den zauberhaften Charakteren mitten in der Corona-Pandemie passend zu bebildern, bereitete Katja Spitzer eine Menge Spaß. Schrill-bunt und comichaft sind ihre Zeichnungen geworden, die sie mit surrealen Elementen paarte.

Nur in Großbritannien sind diese vier von Katja Spitzer illustrierten Kinderbücher erschienen.
Nur in Großbritannien sind diese vier von Katja Spitzer illustrierten Kinderbücher erschienen.
Foto: Daniela Apel

Vor allem aber weckte die Arbeit an dem Kinderbuch in ihr noch mehr die Lust, ein eigenes zu schreiben. Im September soll die Gruselgeschichte um „Ringo und die Vampirkaninchen“ erscheinen, wie die 43-Jährige verrät. Es ist nicht das erste Werk, bei dem Katja Spitzer auch die Texte selbst verfasste. „Haare“ kam 2021 heraus. Äußerst anschaulich erfährt der Leser darin alles über die Geschichte der Frisuren.

Beide Werke finden sich unter den Exponaten ihrer Ausstellung im Zerbster Museum, die am 15. Mai 2022 um 15 Uhr eröffnet wird. Zu sehen sind Bücher und Bilder aus zwei Jahrzehnten, Skizzen und Vorarbeiten, die vom Entstehungsprozess zeugen. „Ich sitze meist am Computer“, verrät Katja Spitzer. Dort ließen sich Änderungen an den Motiven und Anpassungen der Bilder an den Text leichter vornehmen, erläutert die 43-Jährige. „Ich zeichne aber viel mit Bleistift und Buntstift vor. Das ist wichtig, damit es lebendig bleibt“, sagt die Illustratorin, für die ein Bild nicht zu perfekt sein darf.

Katja Spitzer bietet weltweit Workshops an

Mehr als 30 Bücher hat sie bislang mit ihrer persönlichen kreativen Note versehen. Darunter finden sich Sachbücher für Erwachsene wie der in 50 Sprachen übersetzte Bestseller „Haut nah“ von Yael Adler. Das Herz der Zerbsterin schlägt allerdings mehr für Kinderbücher. „Da kann man mehr mit Farben machen“, begründet sie. Zudem genießt sie die Lesungen vor jungem Publikum, das so ehrlich gefühlvoll reagiert.

Daneben bietet die 43-Jährige Workshops an, die sie nicht nur quer durch Deutschland führen, sondern beispielsweise ebenfalls nach Rom und sogar Sri Lanka. Erst vergangenen November hielt sie einen Vortrag in Mexico City. „Das war ein riesiges Abenteuer“, gesteht Katja Spitzer. Auch mit ihren Büchern ist sie international vertreten. Manche erschienen sogar nur im Ausland wie die vier Kinderbücher, die der Verlag Flying the Books in Großbritannien herausgebracht hat. Die sind ebenfalls Bestandteil der Ausstellung, die bis zum 7. August 2022 läuft.