Zerbst l Am gestrigen Dienstag geht um 11.06 Uhr ein Alarm bei der Zerbster Feuerwehr ein: „Wohnung brennt“. Meist erwartet die Einsatzkräfte bei ähnlichen Alarmierungen ein tönender Rauchmelder und glücklicherweise nur selten ein Brand. Dieses Mal ist es anders. In einem Mehrfamilienhaus in der Zerbster Neuen Brücke brennt eine Küche.

Flammen schlagen aus dem offenen Fenster. „Als wir eingetroffen sind, waren Polizei und Rettungsdienst bereits vor Ort. Die Mieter des betroffenen Eingangs hatten die Wohnungen bereits verlassen, denn die Rauchentwicklung ist doch enorm. Wir konnten uns sofort auf die Löscharbeiten konzentrieren“, sagt Einsatz- und Ortswehrleiter Steffen Schneider.

Topf fliegt aus dem Fenster

Plötzlich ein Feuerball. Ein Topf mit brennendem Öl fliegt aus dem Fenster auf den Rasen. Und schon nach kurzer Zeit haben die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle und schließlich gelöscht. „Mit einer Wärmebildkamera suchen wir jetzt nach möglichen weiteren Brandherden beziehungsweise Glutnestern, um ganz sicher zu gehen. Anschließend werden Wohnung und Treppenhaus mit einem Überdrucklüfter entraucht“, erläutert Schneider.

Der Mieter der betroffenen Wohnung und die Mieter des Eingangs wurden durch den Rettungsdienst an der Einsatzstelle ambulant betreut. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Mieter wollte sich Pfannkuchen machen

Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr hat ein Topf mit Öl auf dem Herd den Brand ausgelöst. Der Mieter – ein älterer Herr – habe sich Pfannkuchen machen wollen und dazu Öl zum Erhitzen auf den Herd gestellt. Anschließend wollte er wohl nur schnell seinen Müll entsorgen und hat die Wohnung für einige Minuten verlassen. So habe das Unglück seinen Lauf genommen.

„Fette und Öle können sich im hoch erhitzten Zustand selbst entzünden und sind somit unbeaufsichtigt auf dem Herd eine große Gefahr“, erklärt der Zerbster Ortswehrleiter.

Erleichterung, weil keiner verletzt wurde

Auch Daniela Kock, Geschäftsführerin der Bau- und Wohnungsgesellschaft mbH Zerbst (BWZ), deren Büro sich gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet und zu der das Mehrfamilienhaus gehört, ist zur Unglücksstelle geeilt. „Wir sind zunächst froh, dass niemand ernsthaft verletzt wurde“, sagt Kock erleichtert. Man kümmere sich jetzt erst einmal um die Mieter der betroffenen Wohnung. „Bei Bedarf kümmern wir uns natürlich um eine Ersatzwohnung“, so die Geschäftsführerin.

Das wird auch nötig sein: „Die betroffene Wohnung im Erdgeschoss ist derzeit unbewohnbar“, sagt Schneider. Andere Wohnungen seien nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Den Schaden schätzt die Polizei auf etwa 15 000 Euro.

Herd ausschalten vor dem Weggehen

In diesem Zusammenhang wird Schneider nicht müde, immer wieder auf die Gefahr hinzuweisen, die von Töpfen und Pfannen auf dem Herd oder im Backofen ausgehen kann. „Beim Verlassen der Wohnung oder vor dem Schlafengehen sollte unbedingt ein Blick in die Küche geworfen werden – und das immer und so oft, bis es zum Ritual geworden ist“, sagt der Ortswehrleiter.

Schneider: „Vergessenes Essen auf dem Herd oder im Backofen sind gar nicht so selten. Sie können durchaus zur Ursache für einen ausgedehnten Wohnungsbrand werden, wie dieses Beispiel deutlich zeigt“, warnt der erfahrene Feuerwehrmann. Auf gar keinen Fall sollte man Töpfe und Pfannen auf dem eingeschalteten Herd lassen, wenn man die Wohnung verlässt, „auch dann nicht, wenn es scheinbar nur für wenige Minuten ist“, so Schneiders eindringliche Mahnung.