Zerbst l Wie lässt sich ein echter Geldschein von einem gefälschten unterscheiden? Dies war nur eine Frage, auf welche die „Jungen Stadtführer“ des Zerbster Francisceums bei ihrem jüngsten Ausflug eine Antwort erhielten. Meist erforschen die Sechstklässler historische Gebäude. Den erhaltenen Ostflügel des Schlosses, die Bartholomäikirche oder auch die Marienpforte haben sie beispielsweise bereits besichtigt. Besonders aufregend gestaltete sich die Besteigung des Dicken Turms, dessen Treppenkonstruktion hinauf zu den Glocken nicht die komfortabelste ist...

Pin und Tresor

Mitunter befassen sich die Gymnasiasten ebenfalls mit modernen Dingen und erkunden die Infrastruktur wie im Sommer die Eisdielen oder eben jetzt ein Geldinstitut. Genauer gesagt, tauchten die Mädchen und Jungen in die Zerbster Filiale der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld ein. Dort erläuterte ihnen Kundenberater Frank Moller nicht nur die Vorteile von Bankkarten, sondern demonstrierte ihnen auch, woran sie Falschgeld erkennen.

Um Tresore, PIN-Nummern und das Material für Geldscheine drehten sich die Ausführungen, denen die Schützlinge von Jana Reifarth interessiert lauschten. Sie leitet die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Junge Stadtführer“, die Bestandteil des Ganztagsschulkonzeptes des Francisceums ist und sich alle zwei Wochen trifft. „Die AG findet als Doppelstunde statt, da wir Zeit für Wegstrecken einplanen müssen“, erläutert die ausgebildete Gästeführerin.

Feuerwehr und Krankenhaus

Denn in der Regel sind die derzeit elf Sechstklässler in Zerbst unterwegs, um sich mit der Stadt in ihrer Gesamtheit vertraut zu machen – mit ihren Denkmälern, ihrer Geschichte, den Persönlichkeiten, ihren Institutionen und Einrichtungen.

„Wir waren in diesem Schuljahr schon im Standesamt und in der Katharina-Sammlung. Beim nächsten Treffen erkunden wir den Markt und schauen uns vom Nicolai-Turm aus die Stadt von oben an“, erzählt Jana Reifarth. Sie organisiert die Ziele, wobei sie die Wünsche der Schüler berücksichtigt. „So planen wir im zweiten Halbjahr den Besuch der Feuerwehr und des Krankenhauses“, hofft Jana Reifarth, dass beides klappt.

Bei eher ungünstigem Wetter bleiben die Mädchen und Jungen in der Schule. „Dann erstellen wir Collagen oder arbeiten an einem Zerbst-Memory“, verrät Jana Reifarth, während ihre Schützlinge ins Bankwesen versinken. „Die Kinder sind sehr aufgeschlossen und erfragen viel“, staunt sie immer wieder über die Wissbegier der „Jungen Stadtführer“.