Steckby l „Ich fotografiere seit über 50 Jahren“, verrät Peter Ibe. Die ersten Kniffe brachte ihm der Tierfilmer Klaus-Jürgen Hofer bei. „Als er seinen ersten Film über Großtrappen und Biber drehte, haben wir uns angefreundet“, erinnert sich der erste hauptamtliche Naturschutzwart der DDR.

Fotografie als Passion

1973 ist es gewesen, dass Peter Ibe sein Hobby – die vom Vater geweckte Liebe zur Natur – in Steckby zum Beruf machen konnte. In jenem Jahr traf er auch erstmals direkt auf jenes Tier, das sein Leben bis heute prägen sollte: den Elbebiber. „Das war bei meiner ersten Biberfangaktion an der Mulde“, erzählt der 70-Jährige. Viele weitere sollten folgen.

Über 800 Nächte verbrachte er damit, den einst vor der Ausrottung stehenden Nager für Um- und Wiederansiedlungsprojekte einzufangen. „Gefragt waren Ausdauer, Geduld und Kenntnisse über die Lebensweise des Elbebiber“, blickt er auf die damit verbundenen Erlebnisse zurück. Schmunzelnd beschreibt Peter Ibe, wie eine Eule auf seinem Kopf landete. „Da weiß man, dass man sich richtig verhalten hat.“

Kräftige Zähne

Vor allem kam er durch seinen Beruf dem Biber sehr nahe, diesem nagenden Landschaftsgestalter, der innerhalb von fünf Minuten einen acht Zentimeter dicken Baum fällen und bis zu 20 Minuten tauchen kann. Oft hielt Peter Ibe den Pflanzenfresser mit den kräftigen Zähnen und der Schwanzkelle mit der Kamera im Bild fest – beim Schwimmen, Putzen oder Dammbau.

Auch den possierlichen Nachwuchs lichtete er mit seiner Pentacon Six ab, mit der er Motive im Format 6 x 6 einfing. Zahlreiche Dias sind daraus entstanden, die er bei seinen Vorträgen nutzte, um den „Leuten zu zeigen, was schützenswert ist“.

„Vor zehn Jahren bin ich auf die Digitalfotografie umgestiegen“, weiß Peter Ibe die Vorzüge der modernen Technik zu schätzen. Auf die mannigfaltigen Möglichkeiten der Nachbearbeitung am Computer verzichtet er jedoch meist. „Etwa 40.000 Fotos habe ich auf meinem Rechner“, schätzt er. Viele seiner Bilder wurden bereits in Büchern, Zeitschriften, Faltblättern und bei Ausstellungen veröffentlicht.

Auswahl im Internet

Eine Auswahl findet sich ebenfalls auf der Internetseite wildnisfotos.de, die Peter Ibe zu seinem 60. Geburtstag geschenkt bekam. Auf diese Homepage stießen die beiden Biologen Heiderose und Andreas Fischer-Nagel, die einen kleinen Verlag gegründet haben, in dem sie Fotosachbücher für Kinder veröffentlichen. In der Reihe „Spannende Natur“ sind schon Bücher über Luchse, Ameisen, Hamster, Esel oder auch Pinguine und Erdmännchen erschienen.

„Im Frühjahr 2017 haben sie mich angeschrieben und gefragt, ob ich Interesse an einem Biberbuch hätte“, erzählt Peter Ibe. Großartig überzeugen mussten sie den Biber-experten nicht. Im Gegenteil. „Die Bücher sind verständlich geschrieben“, holt er eine kleine Auswahl hervor. Die spannenden wissenswerten Fakten sind eingebettet in zahlreiche farbige Abbildungen. Für den 70-Jährigen stand fest: „Das ist eine gute Sache. Ja okay, ich bin dabei.“

Er schickte dem Verlegerpaar zunächst eine große Auswahl an Bildern zu. „Sie waren dann zwei Tage hier und ich habe ihnen einige Biberreviere gezeigt“, schildert Peter Ibe. Fast alle der gut 70 abgedruckten Fotos stammen von ihm. Und natürlich redigierte der Biberexperte den Text.

„Eines Tages stand dann eine Kiste mit Büchern vor der Tür“, berichtet Peter Ibe, wie er sich die frisch gedruckten Exemplare ansah. Immerhin handelt es sich um das erste Kinderbuch, an dem der Steckbyer beteiligt ist. „Da hängt mein Herzblut dran“, gesteht er lächelnd.

Herausgekommen ist ein 46-seitiges Sachbuch für Leser zwischen 5 und 99 Jahren, das keine 6 Euro kostet. Hintergrund für den erschwinglichen Preis ist, dass Schulen die Möglichkeit erhalten sollen, günstig Klassensätze zu erwerben – so das Anliegen von Heiderose und Andreas Fischer-Nagel. Ein Anliegen, das Peter Ibe nur zu gern unterstützt. Schließlich ist die Aufklärung über den Biber der erste Schritt, um für dessen Schutz zu werben.