Zerbst l Begleitet von Blaulicht und Martinshorn gaben sich Sandra und Frank Hoffmann am 21. August 2020 das Ja-Wort. Denn Feuerwehrkameraden lassen es sich nicht entgehen, auf ihre Weise zu gratulieren, wenn eines ihrer Mitglieder heiratet. So fuhren an jenem Sommertag auch die Löschfahrzeuge auf der Schloßfreiheit vor, als die beiden Zerbster im barocken Ambiente des Rathauses die Ringe tauschten.

Und sie sollten nicht die einzigen sein und das trotz des Ausbruchs der Corona-Pandemie, die die Brautpaare vor einige Herausforderungen stellte. Plötzlich durften Eheschließungen nur noch ohne Gäste stattfinden, bevor mit den ersten Lockerungen der engste Familienkreis und die Trauzeugen wieder dabei sein konnten.

111 Hochzeiten

Trotzdem verzeichneten die Zerbster Standesamten einen Anstieg der Hochzeiten im Vergleich zum Vorjahr von 95 auf 111, wobei die Mehrheit wie Sandra und Frank Hoffmann im Trauzimmer des Rathauses den Schritt ins Eheglück wagten. Immerhin zehn Paare wählten den erhaltenen Ostflügel des Schlosses als Kulisse für ihr Ja-Wort, zwei entschieden sich unterdessen für das mittelalterliche Ambiente der Walternienburger Burganlage.

Dass private Feiern nur unter Auflagen möglich waren und Gaststätten wochenlang schließen mussten, führte jedoch dazu, dass einzelne Hochzeitstermine auf 2021 verschoben wurden. Ansonsten hätte es noch mehr Trauungen gegeben.

Positiv entwickelt hat sich ebenfalls die Bevölkerungszahl, die sich – wenn auch nur geringfügig – von 22 127 auf insgesamt 22 414 Einwohner erhöhte. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 lebten in der Kernstadt 13 727 Menschen, im Umland 8687.

Bevölkerungszahl entwickelt sich positiv

Die Zahl der in der Einheitsgemeinde registrierten Ausländer belief sich auf 1518, darunter befanden sich 1155 EU-Bürger. Dabei handelte es sich vor allem um Polen, Bulgaren, Rumänen und Ukrainer, die in der Region arbeiten. Hier ist ein minimaler Anstieg gegenüber 2019 zu verzeichnen, als das Einwohnermeldeamt der Stadt 1456 Ausländer erfasst hatte – darunter 1111 EU-Bürger.

Aus der kommunalen Statistik geht einmal mehr hervor, dass die Abwanderung nicht für die Abnahme der Bevölkerung in der Einheitsgemeinde verantwortlich ist. So standen den 857 Wegzügen immerhin 925 Zuzüge gegenüber.

Deutlichen Einfluss auf die Bevölkerungszahl haben hingegen zwei andere Werte, die nach wie vor auseinanderdriften. So mussten im zurückliegenden Jahr wieder viele Menschen Abschied von Verwandten oder Freunden nehmen. 326 Sterbefälle wurden verzeichnet.

Nur geringer Geburtenanstieg

Zugleich konnten im Einwohnermeldeamt der Stadt nur 129 Geburten registriert werden – darunter immerhin drei Zwillingspärchen. Das relativiert den geringen Anstieg um sieben Geburten im Vergleich zum Vorjahr. Fast gleichgeblieben ist dabei die Anzahl der Jungen mit 65 (plus 1). Darüber hinaus erblickten 64 Mädchen das Licht der Welt, 2019 waren es bloß 58.

Welches die beliebtesten Vornamen unter den frisch gebackenen Eltern waren, muss allerdings offen bleiben. Seit der Schließung der Geburtenstation im Zerbster Krankenhaus werden diese nicht mehr im Standesamt erfasst.