Zerbst l Dass Zerbst sich auf den erreichten Lorbeeren nicht ausruht, machte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) Mitte Dezember bei der Auszeichnung der Zerbster Tourist-Info mit dem Qualitätssiegel des Tourismusverbandes deutlich.

Die Stadt plane 2018 in vielen öffentlichen Bereichen ein offenes W-Lan, also freien Zugang zum Internet, zu installieren, ein Projekt der Stadt Zerbst und der Zerbster Stadtwerke, erwähnte er damals eher beiläufig.

Förderbescheid

Nun wird die Ankündigung konkret, denn am Freitag war Thomas Wünsch (SPD), Staatssekretär im Magdeburger Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, zu Gast in Zerbst. In der Tasche hatte Wünsch einen Förderbescheid in Höhe von 45.000 Euro.

„Das ist im Moment natürlich noch ein ungedeckter Scheck“, sagte Bürgermeister Andreas Dittmann. Alles hänge jetzt davon ab, ob die Telekom es schaffe, ihre Zusage, den Breitbandausbau im Stadtgebiet bis zum Ende des Jahres abzuschließen, einhalte.

„Wir können so viel Technik in der Stadt verschrauben, wie wir wollen, so lange kein leistungsfähiges Internet installiert ist, so lange ist es eben nur angeschraubte Technik, die nicht nutzbar ist“, betont Dittmann.

Zerbst als Vorreiter

„Zerbst ist die erste Kommune, die einen solchen Förderantrag gestellt hat“, sagt der Staatssekretär. Aber was ebenso erfreulich sei: die Bearbeitung des Antrages vom Tag des Eingangs der kompletten Antragsunterlagen bis zur Versendung des positiven Bescheides habe nur drei Tage gedauert.

„Am 23. April sind die Unterlagen eingegangen und schon am 27. April ist der Bescheid erstellt worden“, erklärt Wünsch. Das liege auch daran, dass Ende vergangenen Jahres die Förderrichtlinien auf den Weg gebracht wurden und im Hinblick auf den bürokratischen Aufwand extrem nutzerfreundlich gestaltet sind.

„Zerbst ist hier wieder einmal Vorreiter in Sachsen-Anhalt“, betont der Staatssekretär. In der heutigen Zeit sei es überaus wichtig und richtig den Bürgern, aber auch, was nicht zu unterschätzen sei, den Touristen und Besuchern der Stadt, in vielen öffentlichen Bereichen ein offenes W-Lan Netz zur Verfügung zustellen.

Schlossfreiheit

Vorerst sollen die Schlossfreiheit, die Stadthalle, der Bereich der Feuerwehr, der obere Markt, das Erlebnisbad, der Bereich um das Museum, die Stadtbibliothek und das Zisterzienserkloster auf der Breite mit W-Lan Hot-Spots ausgestattet werden.

Stadtwerke Geschäftsführer Jürgen Konratt danke den Verantwortlichen für die doch erstaunlich und erfreulich zügige Bearbeitung der Anträge. „Es kommt ja doch nicht so oft vor, dass innerhalb von nur drei Tagen ein Förderbescheid verschickt wird“, erklärt Jürgen Konratt.

Im Übrigen können sich auch Café Betreiber, beispielsweise auf der Alten Brücke, oder Geschäfte und Firmen an diesem Projekt beteiligen.

„Wenn Geschäftsinhaber ihren Kunden diesen Service bieten möchten, können sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen“, bietet der Stadtwerke-Geschäftsführer an.

Das bringe zudem einen Vorteil: „Je mehr Geschäfte ihren Kunden diesen Service bieten desto lückenloser ist das Netz in der Stadt“, sagt Konratt.

Der Bürgermeister hofft, spätestens Anfang 2019, im Idealfall zum Neujahrsempfang 2019, den symbolischen roten Start-Button drücken zu können.