Silvester

Jahreswechsel ruhig wie nie

Seit einigen Tagen beschweren sich Zerbster über Lärm, verursacht von Böllern. An Silvester hingegen war nichts los.

Von Sebastian Rose

Zerbst l In einer Zerbster Facebook-Gruppe ging es schon vor dem eigentlichen Haupttag der Knallerei und Böllerei heiß her. Im Zerbster Norden soll es laut einer Tierfreundin schon seit Tagen zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen, die besonders die Vierbeiner sehr verängstigen würden. In den Kommentaren gab es sowohl Zuspruch, als auch Gegenargumente.

Böllern sei generell erlaubt, nur eben nicht auf öffentlichen Straßen, heißt es da. Das ist nicht richtig. Im Bundessprengstoffgesetz steht geschrieben, dass es Privatpersonen nur in der Nacht des Jahreswechsels erlaubt ist, Böller zu zünden und Raketen in die Luft zu jagen. An anderen Tagen, beispielsweise der Hochzeit, müsse die Erlaubnis der zuständigen Behörde eingeholt werden.

Was in der Vortagen vor Silvester begann, flachte allerdings in der Silvesternacht völlig ab. Für die Zerbster Ortsfeuerwehren ist der Jahreswechsel ruhig verlaufen. Immerhin 19 Wehren gibt es in der Einheitsgemeinde mit insgesamt 27 Standorten. „Es gab keinerlei Alarmierungen. Die Kameraden hatten eine ruhige Nacht im Kreise ihrer Familien“, informierte Stadtwehrleiter Denis Barycza am Neujahrsmorgen auf Nachfrage.

Lediglich die Zerbster Kameraden mussten am Silvester Vormittag zur Unterstützung des Rettungsdienstes ausrücken, „ansonsten ist es ruhig wie selten zuvor gewesen“, sagte der Stadtwehrleiter.

Auch Frank Steinmetz vom zuständigen Polizei-Kommissariat in Köthen berichtet von keinen besonderen Vorkommnissen. „So ruhig ist es bisher noch nie verlaufen. Es gab in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar zwei Personenkontrollen wegen des Verdachts auf eine größere Personenansammlung. Am Ende stellte sich jedoch raus, dass der Anfangsverdacht unbegründet war“, so der Polizeibeamte.

Nur in der Nacht zuvor kam es gegen 18 Uhr in Zerbst zu einer weiteren Personenkontrolle. Ein Zerbster hatte illegale Pyrotechnik, wohl sogenannte Polenböller, ohne Siegel abgebrannt. Nach der Wohnungsdurchsuchung war schnell klar: Der Mann hatte einen kleinen Vorrat der illegalen Pyrotechnik. Dieser wurde von den alarmierten Polizisten sichergestellt und eine Anzeige aufgenommen. An Silvester selbst war hingegen nichts los. „Mehr kann ich ihnen nicht bieten“, sagte Frank Steinmetz lachend auf telefonische Nachfrage.

Dass in der Silvesternacht nicht viel los gewesen sein konnte, dessen war sich auch Heike Schrimpf, Pflegedirektorin des Zerbster Krankenhauses bewusst. „Wir hatten lediglich vier internistische Vorfälle mit beispielsweise Herzproblemen. Diese wären aber auch ohne Silvester gekommen. In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Verletzungen aufgrund von Schlägereien oder einmal auch leichte Verbrennungen wegen einer Rakete. In diesem Jahr aber war nichts los. Vielleicht auch, weil weniger Alkohol im Spiel war.“