Zerbst l Chorleiterin Angela Köcher sowie die neun Chorsängerinnen und drei Chorsänger konnten sich über eine gut gefüllte Aula freuen. Im Publikum saßen auch zahlreiche ehemalige Kammerchormitglieder.

„Unsere Stadt wäre ohne den Zerbster Kammerchor ärmer und stiller. Der Kammerchor gehört zum guten Ton der Stadt“, meinte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) in seiner Gratulation und wertete die Auftritte des Kammerchores, vor allem auch die in den umliegenden Kirchen, als einen wertvollen Kulturbeitrag zum Gedeihen der Einheitsgemeinde Zerbst/Anhalt.

Unzählige Male erklang "Nun zu guter letzt"

Veronika Schimmel, Direktorin des Gymnasiums Francisceum, gratulierte ebenfalls: „Für mich ist seit 29 Jahren der Zerbster Kammerchor untrennbarer Bestandteil des Francisceums“. Und auch Inge Werner, die 1984 bis 1990 Direktorin an der damaligen EOS war, erinnerte an die zahlreichen Abiturientenentlassungsfeiern, die für sie erst dann beendet waren, wenn der Kammerchor das eine Lied gesungen habe: „Nun zu guter letzt´ geben wir dir jetzt auf die Wandrung das Geleite ...“ – mit diesem Lied sind zahlreiche Abiturjahrgänge am heutigen Zerbster Francisceum verabschiedet worden. Und ein Blick auf den Programmzettel des Jubiläumskonzertes zeigte, auch dieses „eine Lied“ erklang am Sonnabendnachmittag wieder in der Aula des Francisceums. Viele ehemalige Chorsängerinnen und Chorsänger unterstützten dabei den gastgebenden Kammerchor.

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Alles begann mit Musikpädagogin Ellen Arndt

Das Programm des Jubiläumskonzertes widerspiegelte das vielfältige Repertoire des Zerbster Kammerchores. Laut Moderator Lutz Köcher begann alles im Jahr 1980 unter der Leitung der seinerzeit an der EOS „Albert Kuntz“ lehrenden Musikpädagogin Ellen Arndt mit dem Singen von alten Madrigalen. Doch inzwischen hat sich der Chor weiterentwickelt und sein aktuelles Repertoire immens erweitert. Es umfasst neben Madrigalen und traditionellen Liedern auch Stücke aus den Bereichen Gospel und Folk, Evergreens, populäre deutsche Musik, Lieder der 60er Jahre, der Stones und der Flowerpower-Zeit usw. So waren Lieder wie „The lion sleeps tonight“, „California Dreaming“ und „Poor man lazarus“ zu hören. Doch nicht nur in englischer, auch in deutscher Sprache wurde gesungen. Dargeboten wurden unter anderem „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Rote Lippen soll man küssen“ sowie das stimmungsvolle Abschiedslied „Morgen muss ich fort von hier“.

Gekommen waren auch die Mädchen und Jungen des Schulchores des Francisceums, um dem Kammerchor zu gratulieren und gemeinsam mit ihm zu singen. Beide Chöre erinnerten sehr eindrucksvoll und stimmgewaltig mit der „Ode an die Freude“ an das derzeit laufende Beethoven-Jahr. Beide Chöre verbindet, so Moderator Köcher, eine Vielzahl gemeinsamer Auftritte, eben auch in der Aula des Francisceums.

Langanhaltender Applaus

Ein weiterer Programmblock war dem gemeinsamen Singen mit ehemaligen Kammerchormitgliedern gewidmet. Viele von ihnen waren gekommen und ließen sich nicht lange bitten, auf die Bühne zu kommen, um zum Beispiel bei den Liedern „Innsbruck ich muss dich lassen“ und „Laub, Gras und Blüt“ den Kammerchor stimmlich zu unterstützen. Der lang anhaltende Applaus des Publikums bewies, dass auch die Ehemaligen weder Text noch Melodie verlernt haben. Im Laufe des Jubiläumskonzertes erinnerte Lutz Köcher an die zahlreichen Auftritte des Kammerchores in der Vergangenheit, so an die Benefizkonzerte im Zerbster Schloss, an die Auftritte zu den alljährlichen Schulfesttagen am Francisceum und an Auftritte anlässlich der Städtepartnerschaften mit Jever und Nürtingen.

Nicht nur in der Vergangenheit schwelgte Moderator Köcher, kleine Ehrungen und Danksagungen wurden ebenfalls vorgenommen. So dankte Vorstandsmitglied Hans-Günther Berthold der Sängerin Inge Richter dafür, dass sie dem Kammerchor 40 Jahre die Treue gehalten hat. Natürlich gab es auch ein Dankeschön für die Chorleiterin Angela Köcher, die 1996 Dirigat und Leitung des Kammerchores übernommen hatte. Chorgründerin Ellen Arndt konnte selbst nicht zum Konzert nach Zerbst kommen, hatte aber bereits im Vorfeld telefonisch ihre Glückwünsche übermittelt.

Austausch in geselliger Runde

Im Anschluss an das Jubiläumskonzert lud der Zerbster Kammerchor die Gäste zu einer Kaffeetafel in den Alumnatskorridor, die die Schüler der Schülerfirma „HurriCan“ liebevoll vorbereitet hatten. So konnten sich die Sängerinnen und Sänger des Kammerchores mit den Ehemaligen und den Gästen in geselliger Runde austauschen, den Partnern und Unterstützern danken.

Moderator Lutz Köcher ist der einzige Tenor in der aktuellen Besetzung des Zerbster Kammerchores, er würde sich über eine künftige Unterstützung seitens Interessierter freuen.