Zerbst l Wenn die Eltern ihre Steppkes morgens zur Kita bringen oder am Nachmittag wieder abholen, soll es möglichst schnell gehen. Da sind längere Wege zu Fuß eher hinderlich. Also machen zahlreiche Eltern Gehwege, Einfahrten oder Bushaltestellen kurzerhand zum Parkplatz - dauert ja nur fünf Minuten.

Beschwerden häuften sich

Doch zuletzt häuften sich die Beschwerden der Anwohner an der Käsperstraße - dort ist Parkverbot, so dass sich Ordnungsamt und Polizei entschlossen regelmäßige Kontrollen im Umfeld der Kita durchzuführen.

Insgesamt führten die Ordnungshüter fünf Kontrollen seit Ende Januar durch. Gleich am ersten Tag wurden acht Verstöße festgestellt und auch geahndet. Dabei mussten sich die Polizeibeamten und der Ordnungsamtsmitarbeiter einiges an abfälligen Sprüchen anhören.

Einsicht war bei vielen Falschparkern nicht zu erkennen. Im Gegenteil, lautstarkes Geschimpfe hallte über die ganze Straße. „Scheiß Staat“, „das ist eine Frechheit“, „habt ihr nichts Besseres zu tun“, „kümmert euch lieber um die Ausländer“ – sind nur einige Beispiele für die verbalen Entgleisungen, die sich die Beamten anhören mussten.

So etwas sind die Kontrolleure gewohnt. „Das kennen wir. Solche Wutausbrüche erleben wir reglmäßig“, sagt Holger Sticherling, Regionalbereichsbeamter im Zerbster Polizeirevier. Dennoch sind die Parkverstöße im Laufe der Kontrollen zurückgegangen.

Weniger Verstöße

Waren es bei der ersten Kontrolle noch acht Verstöße, wurde bei der letzten Kontrolle am vergangenen Donnerstagmorgen zwischen 7 und 8 Uhr kein einziger Parkverstoß festgestellt.

Insgesamt waren es bei den fünf Kontrollen 19 Fahrzeugführer, die ihr Auto beispielsweise auf dem Gehweg, in Einfahrten, in der Bushaltestelle oder entgegensetzt der Fahrtrichtung parkten.

„Sie alle bekommen jetzt eine Ordnungswidrigkeitsanzeige“, erklärt Anja Wernicke, ebenfalls Regionalbereichsbeamtin. 20 Euro kostet das Parkvergehen. Geld, das sich leicht sparen ließe, denn nur wenige Meter weiter an der Zufahrt zum Schlossgarten ist ein großer Parkplatz. Warum er von einigen nicht genutzt wird, bleibt ein Rätsel.

Auch bei Facebook wurde das Thema Parken an den Kitas und Grundschulen rege diskutiert. Einige monieren das beispielsweise die Grünpflege ausgerechnet morgens durchgeführt wird, der Parkplatz dann teilweise abgesperrt sei, wenn die Eltern ihre Kinder in die Kita bringen.

Nachmittags dagegen sei der Parkplatz bei Veranstaltungen in der Stadthalle oder im Schlossgarten oft überfüllt.

So ganz nebenbei belehrten die Polizeibeamten noch sieben Radfahrer über den in Deutschland üblichen Rechtsverkehr. Das gelte auch für Radfahrer. Sie fuhren teilweise auf dem Fußweg und entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Hier beließen es die Beamten jedoch bei einer mündlichen Belehrung beziehungsweise Verwarnung.

Ordnungshüter werden weiter kontrolliere

„Die Kontrollen haben Wirkung gezeigt, zumindest für den Moment“, erklärt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella gegenüber der Volksstimme. Die Verstöße seien im Laufe der Kontrollen stetig weniger geworden. „Ich danke den Verkehrsteilnehmern, dass sie zunehmend die sicherere und entspanntere Variante, nämlich das Parken auf dem nahegelegenen Parkplatz, wählen“, sagt Kerstin Gudella.

„Wir werden auf alle Fälle dran bleiben und weiterhin regelmäßige Kontrollen durchführen“, erklären Holger Sticherling und die Ordnungsamtsleiterin. Und das nicht nur an der Kita „Benjamin Blümchen“. Auch an anderen Kitas und den Grundschulen werde weiter regelmäßig kontrolliert.