Nedlitzer Rat setzt sich mit Brandschutz auseinander

Löschwasserversorgung ist zu verbessern

Von Daniela Apel

Die Risikoanalyse für die Einheitsgemeinde Zerbst offenbart ein Löschwasserproblem. Auch in Nedlitz fehlt es bislang an ausreichend Entnahmestellen. Unterdessen verfügt die Ortsfeuerwehr über gut ausgebildete Kameraden, was ebenfalls nicht überall der Fall ist.

Nedlitz l Die Ortsfeuerwehr Nedlitz verfügt derzeit über 16 Einsatzkräfte. Das sei nicht die Masse an Kameraden, dafür stimme die Ausbildung, konstatierte Thomas Sanftenberg auf der aktuellen Ratssitzung. Im Zuge der Anhörungsphase stellte der Sachbearbeiter den Bürgervertretern die für die Einheitsgemeinde Zerbst erstellte Risikoanalyse sowie den daraus resultierenden Brandschutzbedarfsplan vor.

Hauptmanko in dem idyllischen Flämingort ist die Löschwasserversorgung. Längst sind nicht alle Bereiche des Dorfes abgedeckt. Dabei ist grundsätzlich für jedes bebaute Grundstück Löschwasser von 800 Litern pro Minute und das mindestens für die Dauer von zwei Stunden vorzuhalten. Um die Situation in Nedlitz zu verbessern, sollten bereits 2011 drei Feuerlöschbrunnen unter anderem am Eckernkamp gebohrt werden. Allerdings blieb es vorerst beim Versuch. Sollte es nicht gelingen, mittels Brunnen ausreichend Wasser zu erhalten, stelle das Anlegen eines Löschwasserteiches die letzte Alternative dar, führte Sanftenberg aus. Die Kosten dafür würden sich jedoch auf 25000 bis 30000 Euro belaufen im Gegensatz zu den Ausgaben von 5000 bis 6000 Euro für einen Brunnen.

"Ich werde nochmal Kontakt suchen", versprach er, mit dem örtlichen Trinkwasserversorger zwecks der Nutzung der örtlichen Hydranten zu sprechen. Immerhin führe eine Trinkwasserleitung mit großem Rohrdurchmesser durch das Dorf. Die Druckverhältnisse seien aber wohl ungeeignet, um die geforderte Literzahl zu erreichen, erläuterte Sanftenberg. Zugleich bemerkte der Verwaltungsmitarbeiter, dass er in Nedlitz gern ein wasserführendes Fahrzeug hätte. Momentan besitzt die Ortsfeuerwehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug ohne Wassertank.

"Ich hätte gern ein wasserführendes Fahrzeug in Nedlitz."

Thomas Sanftenberg

Übrigens ist Nedlitz nicht der einzige Ort, in dem es ein Löschwasserproblem gibt. 28 der insgesamt 56 Ortsteile der Einheitsgemeinde stehen auf der Prioritätenliste, wie der Sachbearbeiter informierte.

Daneben kam Sanftenberg auf die Personalstruktur zu sprechen. Demnach fehlt es flächendeckend betrachtet an entsprechend ausgebildeten Kameraden, die tagsüber für Einsätze zur Verfügung stehen. Das beginnt bei notwendigen Führungskräften und erstreckt sich über benötigte Maschinisten bis hin zu den im Brandfall unabdingbaren Atemschutzgeräteträgern.

Gerade an diese werden gewisse Voraussetzungen gestellt. Neben der erforderlichen Ausbildung gehört dazu das jährliche Absolvieren der Atemschutzstrecke in Bitterfeld. Die höchste Hürde bildet allerdings die in der Regel alle drei Jahre zu wiederholende ärztliche Untersuchung, die so genannte "G26-3". In Zerbst selbst gibt es keinen Arbeitsmediziner, der diese durchführt, in Dessau und Magdeburg sind nur selten Termine erhältlich. Deshalb hat die Stadt eine Berliner Firma beauftragt, die an einzelnen Wochenenden Untersuchungen vornimmt. Die körperlichen Anforderungen sind hoch, so dass mitunter selbst sportliche Kameraden durchfallen. "Das kann\'s nicht sein", fand der Nedlitzer Ortswehrleiter Andreas Schütze. Er erzählte, dass sie so derzeit bloß vier einsetzbare Atemschutzgeräteträger haben.

Aufmerksam vernahmen die Ratsmitglieder ebenfalls, dass Alarmierungen nicht zuletzt in Anbetracht der geschilderten eingeschränkten Tageseinsatzbereitschaft innerhalb der Einheitsgemeinde fortan stets im Rendevousverfahren erfolgen. Die Nedlitzer werden da zusammen mit den Blauröcken aus Deetz und Straguth zu Einsätzen gerufen. Mit ihnen sowie dem Kräften der Ortsfeuerwehren Reuden und Grimme bilden sie zudem künftig eine Ausbildungs- und Ausrückegemeinschaft, wie Sanftenberg mitteilte. "Ob das so bleibt, wird man sehen." Ziel der Bereichsbildung sei es, dass sich die Kameraden gegenseitig besser sowie die örtlichen Gegebenheiten der benachbarten Dörfer in Vorbereitung auf den Ernstfall genau kennenlernen.

Nach all den Erläuterungen bestätigte der Ortschaftsrat Risikoanalyse und Brandschutzbedarfsplan schließlich einstimmig.