Zerbst l Die Deutsche Telekom hat Anfang Dezember 2018 mitgeteilt, dass der Ausbau für das schnelle Internet in Zerbst und gut der Hälfte seiner Ortschaften nahezu abgeschlossen ist.

Rund 7000 Haushalte, etwa 1500 Gewerbebetriebe, zwei landwirtschaftliche Betriebe und 18 öffentliche Einrichtungen könnten in Zerbst bis Ende des ersten Quartals 2019 auf die schnelle Datenautobahn einbiegen, heißt es in der Pressemitteilung.

Trotz der guten Nachricht beschäftigen die Zerbster noch immer viele Fragen, eine davon: Wie sieht es im Ankuhn aus? Natürlich gilt für den Ankuhn, was für alle anderen Straßen in Zerbst auch gilt. Eine weitere Frage: Werden Telekom-Kunden bei den Anschlüssen bevorzugt behandelt und haben Kunden anderer Anbieter das Nachsehen? Telekom-Sprecher Georg von Wagner sagt ganz klar: „Nein! Das von der Telekom ausgebaute und finanzierte Netz steht diskriminierungsfrei allen Anbietern zur Verfügung.“

Hängt von Nachfrage ab

Die Regularien zur Nutzung der Netze seinen von der Bundesnetzagentur ganz genau festgelegt. „Jeder Bürger möge bei seinem Netzanbieter anfragen, ob er die neuen Bandbreiten in Zerbst anbiete“, so von Wagner. Eine weitere Frage, die die Zerbster beschäftigt ist, ob mit den Bandbreiten vom 50 bis 100 MBit/s das Ende erreicht sei.

Auch hier ist die Antwort des Telekom-Sprechers: „Nein. Wir bieten heute schon in vielen Bereichen Geschwindigkeiten bis zu 1 GBit/s für Privatkunden, für Geschäftskunden sogar bis zu 100 GBit/s an.“ Allerdings: Die in Zerbst von der Telekom zur Verfügung gestellten Bandbreiten würden in der Regel ausreichen, um parallel einen Film in HD zu schauen, Musik herunterzuladen und dabei noch im Internet zu surfen und Fotos der Enkelkinder ins Netz hochzuladen, verspricht Georg von Wagner.

„Wir sehen auch, dass die am stärksten nachgefragte Geschwindigkeit für den privaten Konsum die 50 MBit/s sind. Das wird sich in Zukunft aber nach oben entwickeln, weil die Anwendungen immer mehr ,Datenhunger‘ haben“, ist sich von Wagner sicher.

Gleichzeitig betrachte es das Unternehmen als seine Aufgabe, den Kunden ein Netz zur Verfügung zu stellen, das ihren Bedürfnissen entspricht. Somit sei es auch Aufgabe, aufmerksam zu sein und gegebenenfalls mehr Bandbreite und höhere Geschwindigkeiten in Zerbst anzubieten, wenn sich zeigt, dass die Kunden dies nachfragen. „Ein nächster Schritt ist hierbei das Einschalten von Super-Vectoring, das Geschwindigkeiten von bis zu 250 MBit/s ermöglicht“, so der Pressesprecher.

Bis Ende März 2019 am Netz

Fabian Kuhrig aus Polenzko ist irritiert. Der Grund: Seine Ortschaft steht auf der Liste der Ortsteile, die laut Telekom schon angeschlossen sind oder in denen der Anschluss kurz bevor steht. „Hier ist noch nichts ausgebaut beziehungsweise angeschlossen“, sagt er verärgert.

„Der Ausbau in Polenzko ist noch nicht abgeschlossen beziehungsweise wird in 2019 noch durchgeführt und soll Ende des ersten Quartals abgeschlossen sein“, erklärt der Telekom-Sprecher. Das gelte auch für alle anderen Ortschaften, die von der Telekom ausgebaut werden. Dann würden auch dort die notwendigen Bandbreiten zur Verfügung stehen.

Viele Zerbster nutzten indes am Donnerstag und Freitag die Möglichkeit, sich im Zerbster Rathaus beraten zu lassen und ihre Fragen zu stellen. „Der Andrang war riesig“, sagt Sebastian Muschner vom Verbindungspunkt in Roßlau. Zeitweise hätten die Interessenten Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Kauf nehmen müssen.

Was die Zerbster am meisten interessierte: Ab wann geht es los, welche Bandbreiten liegen an und wie kommt man zum Anschluss? „Die Fragen nach den Tarifen und Kosten standen auf der Liste eher hinten an“, so Muschner. Wegen des großen Interesses wolle er versuchen, mit dem Bürgermeister einen zweiten Beratungstermin für die Bürger im Rathaus zu vereinbaren.