Tradition

Nuthaer startklar für die neue Erntekrone

Die Gerste wurde schon eingeholt. Mitte Juni, als es so heiß war, machten sich die Erntekronenbinder und -binderinnen von Nutha auf den Weg, um die erste Sorte für die neue Bindesaison zu ernten.

Von Petra Wiese
Birgit Herrmann (M.) zeigt, wie eine Erntekrone richtig gebunden wird.
Birgit Herrmann (M.) zeigt, wie eine Erntekrone richtig gebunden wird. Foto: Petra Wiese

Nutha - Die Gerste hätte zwar noch ein bisschen gekonnt, sagte Roswitha Schrödter, aber dann war der Regen im Anmarsch. Der wäre nicht gut gewesen, die Erfahrung haben die Nuthaer schon gemacht. Das Getreide für eine gelungene Erntekrone sollte schon erstklassig sein.

Die Gerste hatten sich die versierten Binderinnen und Binder im Vorfeld ausgeguckt. Bei der Landwirtschaftlichen Produktions- und Handelsgesellschaft (LPHG) Walternienburg konnte das Getreide diesmal geholt werden. Jetzt schaut sich das Erntekronen-Team um, wie der Roggen steht. Der wächst bei der AgriCo Lindau. Weizen gibt's wieder von Walternienburg. Den Hafer bekommt das Team meist von Bauer Wallwitz aus dem Zerbster Ankuhn. 

Selbstbedienung am Ackerrand verboten

Die Gespräche werden im Vorfeld geführt. Selbstbedienung am Ackerrand nicht schließlich nicht erlaubt. In jedem Jahr ist es unterschiedlich, wer die Felder bestellt. Aber die Landwirte und Betriebe waren den Nuthaern immer wohl gesonnen. Sehr zur Freude des Erntekronenteams.

In der Regel sind sechs, sieben Leute unterwegs, um zu ernten. Mit zwei Autos in diesem Jahr. Ein halber Anhänger voll Gerste, 30 Bund, wurden geholt und ins Kornmuseum gebracht. Da geht die Arbeit dann weiter. Putzen, kleine Bunde binden, zum Trocknen aufhängen. 

Früher konnte immer ein Getreide geschnitten und vorbereitet werden, dann war das nächste dran, erzählte Roswitha Schrödter. Inzwischen sei das anders, alles komme auf einmal. Auch habe das kalte Frühjahr diesmal für Verzögerung gesorgt. Auf jeden Fall liegt wieder ein Stück Arbeit vor dem Erntekronenteam.

Zahl der Teilnehmer noch überschaubar

Passend zum Thema war für vergangenen Sonnabend zum Kreativnachmittag eingeladen worden. „Wie bindet man eine Erntekrone?“, hieß es. Die Runde war überschaubar. Birgit Herrmann ließ es sich nicht nehmen, an dem Gestell zu zeigen, wie die fertigen Bunde befestigt werden. Ansonsten war die Gruppe an der langen Tafel recht fleißig dabei, immer fünf Halme mit gleich großen Ähren zu bündeln. 

Unter der Decke im Kornmuseum war schon Platz geschaffen worden, die diesjährige Ernte zum Trocknen aufzuhängen. Gäbe es nicht einige fleißige Helfer, die das Erntekronenteam alljährlich beim Getreideputzen unterstützen, würde das ganze Unternehmen nicht funktionieren. Den Helfern könne man nicht genug danken, sagte Roswitha Schrödter. 

Beim Erntekronenwettbewerb des Landes – in welcher Form auch immer – wollen die Nuthaer wieder mitmachen. Bis jetzt habe es aber noch keinen Aufruf gegeben, so Roswitha Schrödter. Im vergangenen Jahr hatte der Wettbewerb wegen Corona digital stattgefunden.

Nach der Zwangspause war der Einblick in das Kronenbinden die erste Veranstaltung wieder im Kornmuseum. Nun soll es nicht nur laut Plan weitergehen. Als nächstes kann der zweite Teil des Töpferkurses aus dem vergangenen Jahr stattfinden. Die Teilnehmer des ersten Teiles wollen dann endlich ihre Objekte beenden. Die Farbgebung ist am 17. Juli vorgesehen. 

Zusätzliche Veranstaltungen geplant

Eine zusätzliche Veranstaltung gibt es am Sonnabend, 14. August, mit „Sag nein zu Plastik“. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Landfrauen Sachsen-Anhalt, das sich der Plastikvermeidung widmet. Es geht um die Förderung von nachhaltigem Verhalten. In Nutha sollen an diesem Nachmittag Einkaufsnetze geknüpft werden. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 039247/57 48 möglich (auch auf Anrufbeantworter). 

Natürlich gab es am vergangenen Sonnabend wieder selbstgebackenen Kuchen in Nutha. Kaffee und Kuchen, das sei es, was sie am meisten vermisst haben, meinte Elke Landgraf. Aber nicht nur das, auch das Beisammensitzen, den Austausch. Sie bastele auch zu Hause viel, sagte Jutta Tuchen, „aber in der Gemeinschaft macht es mehr Spaß“. Ein guter Grund, nach Nutha zu kommen.