Zerbst l Anfangs sei es schwierig gewesen, das Hospiz in Dessau bekannt zu machen, erinnert sich Martin Grünthal an die Anfänge der Einrichtung vor zehn Jahren. Er gehört zum Förderkreis Anhalt-Hospiz. Seine Aufgabe war, den Hospiz-Gedanken in der Stadt bekannt zu machen, Unterstützer zu suchen.

Seit 1. Juni gibt es ein zweites Hospiz nun auch in Zerbst. Und Martin Grünthal rechnet damit, dass es am Anfang genauso schwierig werden wird wie in Dessau, über die Arbeit des Hospizes aufzuklären und vor allem auch die Berührungsängste zu nehmen. Auch in Zerbst soll deshalb ein Förderkreis die Arbeit des Hauses unterstützen.

Förderkreis hilft beim Spendensammeln

Martin Grünthal hofft, dass am 20. Juni möglichst viele ihre Scheu ablegen und dabei sind, wenn der Förderkreis gegründet wird. „Die Gründungsveranstaltung ist offen für alle. Jeder kann kommen, auch wenn er sich erst einmal nur anhören möchte, worum es geht“, sagt er. Wichtig sei auch zu wissen, dass die Mitglieder des Förderkreises nicht als Ehrenamtler im Hospiz mitarbeiten. Ihre Aufgabe ist eine andere.

Der Förderkreis sucht Partner in der Region. Dabei geht es nicht nur um Geld, aber auch. Jeder Schwerstkranke, der seine letzten Monate, Wochen oder Tage als Gast im Hospiz wohnt, erhält von den Kranken- und Pflegekassen 95 Prozent der für die Betreuung anfallenden Kosten. Die restlichen 5 Prozent muss er selbst tragen. „Wir wollen jedem ermöglichen, ein Hospiz aufzusuchen, der es braucht, auch wenn er nur wenig Geld hat“, sagt Martin Grünthal. Deswegen akquiriert ein Förderkreis auch Spenden. Das ist aber nicht alles.

Um den Hospiz-Gedanken bekannter zu machen, organisiert ein Förderkreis auch Veranstaltungen. Auch dafür werden Partner gesucht. In Dessau gibt es mittlerweile regelmäßig ein Benefizkonzert und ein jährliches Sportfest. Wenn dabei auch noch Spenden gesammelt werden können, umso besser. Beim Sportfest klappt das. Unter der Überschrift ,Tu dir und anderen Gutes‘ kann jeder mitmachen, ohne Geld zu geben. Es gibt mehre Sportarten, auch für weniger Sportliche. Das Prinzip dahinter: „Jeder wird mitgezählt und eine Gruppe von Firmen hat sich bereit erklärt pro Teilnehmer 10 Euro in den Spendentopf zu geben. Bei 200 Teilnehmer im vorigen Jahr sind das immerhin 2000 Euro“, erklärt Martin Grünthal die Art Veranstaltungen, die er sich auch für Zerbst vorstellen kann.

Erste Kontakte gebe es in dem Zusammenhang schon zur Musikschule in Zerbst, sagt Yvonne Knamm. Die Leiterin des Zerbster Hospizes hofft sehr, dass es genügend Interessierte für einen Förderkreis gibt. Sie war Leiterin der Beatmungsstation im Dessauer Hospiz und weiß, wie wichtig dessen Unterstützung ist.

Hätte sie einen Wunsch frei, was der Förderkreis als erstes Projekt angeht, dann wäre das ein kleiner Zaun um das Hospizgelände. „Wenn ein Gast im Bett auf der Terrasse steht, und jeder hinschauen kann, ist das unangenehm“, sagt Yvonne Knamm. Allerdings ist das schon ein größeres Projekt. Rund 10 000 Euro wären dafür nötig.

Der Förderkreis soll am 20. Juni in Zerbst gegründet werden. Eingeladen ist dazu ab 19 Uhr ins Zerbster Hospiz, Breitestein 64.