Tierschutz

Polizei rettet verwahrloste Hunde

Bei einem Einsatz in Zerbst hat die Polizei mehr als 20 Hunde in katastrophalen Verhältnissen entdeckt. Jetzt sind die Hunde im Tierheim.

Von Thomas Kirchner

Zerbst l Die Jalousien sind heruntergelassen, das Haus wirkt verwaist. Nichts deutet darauf hin, dass bis Dienstag in dem Mehrfamilienhaus an der Lusoer Straße sieben Menschen und 20 Hunde unter unwürdigen hygienischen Bedingungen in einer Wohnung gelebt haben. Behörden und Helfer berichten von Exkrementen auf dem Fußboden und völlig verdreckten Tieren.

Entdeckt wurden die Hunde am Dienstagvormittag gegen 9 Uhr eher zufällig bei einem Einsatz der Polizei. Was der Grund des Einsatzes war, dazu wollte die Polizei keine Angaben machen. Nach Volksstimme-Informationen sollte in der betroffenen Wohnung ein Haftbefehl vollstreckt werden. Personen trafen die Beamten allerdings nicht an. Die Polizeibeamten riefen das Veterinäramt, das Ordnungsamt und Mitarbeiter des Zerbster Tierheimes zu Hilfe. „Nach Begutachtung der Lebensbedingungen der Tiere wurde entschieden, diese vorerst im Tierheim unterzubringen“, schreibt ein Polizeisprecher des zuständigen Reviers in Köthen.

„Die Wohnung war voller Exkremente“, sagt Diana Hofmann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Zerbst, die bei der Aktion anwesend war. Die Räume hätten schlimm, ja katastrophal ausgesehen. „Alles war voller Kot und Urin“, schildert Hofmann. Unter den ausgewachsenen Hunden seien auch fünf Welpen gewesen. Nach ihren Informationen sollten die Welpen verkauft werden, „es sind wohl von potenziellen Käufern bereits Anzahlungen geleistet worden“, erklärt die Tierschützerin. Ihrer Meinung nach spricht hier alles für eine Zucht, um schnelles Geld zu verdienen.

Nach ihren Informationen wohnen neben den Hunden auch sieben Personen in der Wohnung. Wie es mit den Tieren weiter geht, kann sie aber noch nicht sagen. „Das entscheidet am Ende das Veterinäramt, das jetzt entsprechende Ermittlungen führt“, betont die Tierschützerin. Es könne allerdings durchaus passieren, wenn gegebenenfalls Auflagen erfüllt werden, dass die Hunde zum Halter zurückkönnen. Viele der Hündinnen seien im Moment läufig. „Ob sie auch trächtig sind, das erfahren wir erst in einigen Tagen“, sagt Hofmann. Schon jetzt übersteige die Anzahl der Tiere die Kapazität des Zerbster Tierheims. „Wir freuen uns natürlich über jede Geldspende oder Menschen, die sich ehrenamtlich hier mit den Tieren beschäftigen oder spazieren gehen“, bittet Diana Hofmann um Hilfe.

„Die betroffenen Tierhalter sind keine Unbekannten. Das Veterinäramt hat in einer anderen Sache bereits anderenorts gegen sie ermittelt“, erzählt Diana Hofmann.

Und wie geht es den Hunden? „Der Ernährungszustand der Hunde war in Ordnung. Der Pflegezustand ließ ebenso wie das Umfeld – die hygienischen Zustände – zu wünschen übrig“, erklärt Marina Jank, Pressesprecherin des Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Was mit den Tieren weiter passiert, prüfe das Veterinäramt gegenwärtig. Dafür braucht es auch etwas Zeit“, so Jank.