Dobritz/Zerbst l „Oh!“ Für einen kurzen Moment ist Wolfgang Reich sprachlos, bevor ihm ein begeistertes „Toll!“ herausrutscht. Er ist hörbar überrascht. „Damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet“, gesteht der 71-Jährige, als er am Telefon erfährt, dass er der „Volksstimme-Prophet 2019“ geworden ist.

Unter allen Teilnehmern unserer traditionellen Hellseher-Aktion lag der Dobritzer mit seinen Vorhersagen für das zurückliegende Jahr am genauesten. Als einziger sagte er die meisten Entwicklungen in der Einheitsgemeinde Zerbst richtig voraus.

36 Leser blicken in die Glaskugel

„Das meiste ist nur raten“, gesteht Wolfgang Reich, als er sich seinen Gewinn in der Lokalredaktion abholt. „Super“, freut er sich über die handliche Digitalkamera, die ihm die Zukunftsdeutung beschert hat. „2003 hatte ich schonmal mitgemacht“, erinnert sich der Dobritzer. 2019 versuchte er es nun erneut „einfach aus Spaß an der Freude“ und füllte den Coupon mit den zehn Fragen aus und landeten mit seinen Prognosen am Ende an der Spitze.

Insgesamt 36 Volksstimme-Leser wagten den Blick in die Glaskugel. Sie schätzten, vermuteten und überlegten, bevor sie letztlich ihr Kreuz bei einer Antwort setzten. Viele Einzelpersonen, aber auch Ehepaare beteiligten sich an dem Zukunftsquiz, bei dem regelmäßiges Zeitunglesen natürlich eine Hilfe darstellte, vieles sich aber wirklich nur abwägen ließ.

Männer landen häufiger auf Thron

Immerhin sieben Frauen und Männer lagen bei ihren Prophezeiungen nur dreimal falsch. Wolfgang Reich indes gelang es, sich mit acht korrekten Antworten letztlich den Titel zu sichern, der übrigens inzwischen schon mehrfach nach Dobritz ging. Katrin Wecke schaffte es, 2011 und 2014 die Hellseherin des Jahres zu werden, ihr Lebensgefährte Mike Seifert landete 2017 auf dem Propheten-Thron.

Und die Auswertung zeigt: Viele machen immer wieder mit und versuchen ihr Glück. Bereits seit dem Jahr 2000 führen wir die Wahrsage-Aktion durch. Damals gelang es Eileen Hinze aus Gehrden am besten, mit ihren Vorhersagen richtig zu liegen. Allerdings muss an der Stelle eingestanden werden, dass die meisten Propheten tatsächlich Männer waren wie auch jetzt wieder Wolfgang Reich. Leider gibt es keine Statistik über die bisherigen Teilnehmer, somit kann nicht gesagt werden, ob der Grund darin liegt, dass die Herren der Schöpfung schlichtweg häufiger zum Stift greifen und sich an die Zukunftsdeutung wagen.