Zerbst l Der frisch gewählte Stadtrat änderte auf seiner jüngsten Sitzung die Hauptsatzung der Stadt Zerbst. Ausgangspunkt für die Änderung ist der im Januar 2018 gebildete zeitweilige beratende Ausschuss „Schloss“. Nach mehreren Sitzungen des beratenden Ausschusses äußerte Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Zerbst bei dessen letzter Zusammenkunft den Wunsch, die Ausschussarbeit fortzuführen.

Als „konstruktiv“ und „sehr hilfreich“ bezeichnete Dirk Herrmann die Sitzungen des beratenden Ausschusses Schloss bei dessen letzter Zusammenkunft. Die Einbeziehung sachkundiger Einwohner, die gleichzeitig Mitglieder im Förderverein Schloss Zerbst sind, habe sich bewährt.

Stadtrat bestätigt

Nach drei Jahren muss allerdings ein zeitweiliger in einen ständigen Ausschuss umgewandelt werden. Mit der Satzungsänderung wurde nun schon weit vor Ablauf der Frist der Umwandlung der Weg geebnet. Auch die von den Fraktionen vorgeschlagenen Mitglieder des künftigen Schlossausschusseswurden von den Mitgliedern des Stadtrates mit großer Mehrheit bestätigt.

Als sachkundige Einwohner mit beratender Stimme, die ebenfalls im Schlossausschuss mitarbeiten werden, wurden von den drei stärksten Fraktionen im Stadtrat, der CDU, der Freien Fraktion Zerbst (FFZ) und der SPD, Dirk Herrmann, Rosemarie Ewald und Sven Handrich sowie als Vertretung Jürgen Graßhoff und Christian Keck – alle samt Mitglieder des Fördervereins Schloss Zerbst – vorgeschlagen und vom Stadtrat mit einer Gegenstimme in den Ausschuss gewählt.

Gesamte Umfeld betrachten

Helmut Seidler (FFZ) regte indes an, den Ausschuss statt Schloss, Schlossensemble zu nennen. Seidler bezog sich auf einen Russlandbesuch seinerseits. „Jeder, der schon einmal die Gelegenheit hatte, Russland und dessen Schlossensembles zu besuchen, wird feststellen, dass zu einem Schloss nicht nur der Baukörper gehört, sondern auch der Park beziehungsweise das gesamte Umfeld. Deshalb fände ich es gut, wenn wir den Ausschuss ‚Schlossensemble‘ nennen würden“, begründete er seine Anregung auf Umbenennung des Ausschusses.

Stadtratsvorsitzender Wilfried Bustro (CDU) wies kurz und knapp darauf hin, dass die Hauptsatzung der Stadt Zerbst bereits geändert und der Name „Schlossausschuss“ dort festgeschrieben wurde.

Der Ausschuss löste im Januar 2018 die bis dahin tätige Arbeitsgruppe „Schloss“ ab. Die Anregung dazu kam aus der CDU-Fraktion des Stadtrates. Die Arbeitsgruppe kam immer erst dann zusammen, wenn es etwas zu beraten gab. Das sollte sich mit dem Ausschuss ändern. Denn Ausschüsse tagen monatlich.

In dieser Regelmäßigkeit sollte es dann auch um anderes gehen, als um konkrete Baumaßnahmen oder Fördermittel. Alle Beteiligten erhofften sich damals mehr Kontinuität und eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Ausschuss und Stadtrat.

„Und da ja zahlreiche Stadtratsmitglieder und Mitglieder anderer Ausschüsse am neuen Ausschuss-Tisch sitzen, sind das ja die besten Voraussetzungen“, konstatierte Bürgmeister Andreas Dittmann (SPD) bei der ersten Sitzung 2018.

Plan ist aufgegangen

Der Plan ist offensichtlich aufgegangen. Die Ausschussarbeit hat sich bewährt und wird nun mit Zustimmung aller Fraktionen im Zerbster Stadtrat dauerhaft fortgesetzt.

Inhaltlich geht es in den Sitzungen unter anderem um aktuelle und zukünftige Sicherungsmaßnahmen, um das Brandschutzkonzept, um geplante Projekte, ihre praktische Umsetzung und Finanzierung sowie nicht zuletzt um ein langfristiges und nachhaltiges Nutzungskonzept des Schlosses.