Zerbst l Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD), der den Ausschussmitgliedern den Masterplan vorstellte, wies zu Beginn seiner Ausführungen noch einmal darauf hin, dass es ohne das aktive Engagement des Schlossvereins weder diesen Plan, noch den Ostflügel der ehemaligen Residenz als solches gäbe.

Ganzjährige Nutzung angestrebt

„Der vorliegende Masterplan beschreibt ein Entwicklungsszenario, das deutlich macht, dass nunmehr der Förderverein und die Stadt Zerbst als Eigentümerin, in ihren Zielen perspektivisch über die reine Gebäudesicherung hinaus gehen und eine ganzjährige Nutzung des Schlosses anstreben“, führt Dittmann aus und ergänzt: „Und ganz wichtig, wir machen damit potentiellen Fördermittelgebern deutlich, dass es für das Schloss eine auf Dauer angelegte Entwicklungsplanung und gleichzeitig eine Nutzungsidee gibt.“

Die Umsetzung des Masterplanes habe natürlich keinen konkreten Zeitplan, da dies zwingend von der Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel abhängig sei. „Wichtig ist jedoch die Beschreibung konkreter Entwicklungsziele und Definition von Zwischenzielen, um entsprechende Fördermittel zu generieren“, betont Dittmann.

Im Mittelpunkt des Masterplans stehe die öffentliche und kulturelle Nutzung des Schlosses. Hier wurde insbesondere berücksichtigt, dass es ein breites bürgerschaftliches Engagement für die Entwicklung des Schlosses gibt.

Gesamtensemble im Blick

„Das macht sich nicht nur an der Mitgliedschaft im Förderverein Schloss Zerbst fest, sondern auch in der engen Zusammenarbeit bei der Gestaltung und Betreuung von Ausstellungsbereichen im Schloss mit dem Heimatverein, der Internationalen Fasch-Gesellschaft sowie des Internationalen Fördervereins Katharina II. mit dem Schlossverein“, erläutert der Rathauschef.

Weiterführend zu dem bisher verfolgten Szenario, der Erschließung der erhaltenen Gebäudestruktur, sei im Schlussteil des Masterplans eine alternative Entwicklungsperspektive für das Gesamtensemble, nicht nur für das Schloss, sondern für den gesamten Schlossgarten aufgezeigt.

„Wenn es tatsächlich ein starkes russisches Engagement im Bezug auf das Schloss geben sollte, wollen wir natürlich die Vision eines Komplettwiederaufbaus der Dreiflügelanlage in den Masterplan einfließen lassen“, sagt Andreas Dittmann. Hier sei seiner Meinung nach eine Stiftung, in der die Stadt Zerbst natürlich eine wichtige Rolle spielen müsse, der geeignetste und realistischste Weg.

Kostenschätzung vorgenommen

„Wir haben das Büro Mengewein mal gebeten, eine Kostenschätzung vorzunehmen. Würde das Schloss Zerbst nach Vorbild des Berliner Stadtschlosses – mit historischer Fassade und moderner Infrastruktur im Inneren – komplett wieder aufgebaut, würden sich die Kosten auf etwa 195 Millionen Euro belaufen“, so der Bürgermeister.

Beziehe man die Nebengebäude wie die Orangerie oder die Marstall-Gebäude mit in den Wiederaufbau ein, käme man auf eine Investionssumme von etwa 205 Millionen Euro. „Aber auch das ist nur eine vage Schätzung“, betont Andreas Dittmann.

Wie es auch immer mit dem Schloss weitergehe, eines bleibe unmissverständliches Ziel: „Das Schloss und der gesamte Schlossgarten müssen auch zukünftig öffentlich zugängliche Orte bleiben“, macht Dittmann am Ende seiner Ausführungen deutlich.

Einstimmig

Und genau unter dieser, auch im Masterplan ausgeführten Bedingung, sprach sich der Kulturausschuss einstimmig für das Papier aus. Der Masterplan Schloss muss nun noch den Bauausschuss und dann den Stadtrat passieren.