Zerbst l Das Francisceum ist nicht irgendeine Schule. Es gehört zu den ältesten Schulen in der Bundesrepublik. Schon zu Luthers Zeiten lernten hier Schüler. Einmal im Jahr dürfen die Schüler der vierten Klassen der sieben Grundschulen im Stadtgebiet einen Blick hinter die Hausfassade werfen. Beim Tag der offenen Tür erleben sie Lehrer und künftige Mitschüler. Das Konzept unterscheidet sich dabei von anderen Schulveranstaltungen an anderen Gymnasien deutlich, weiß Schulleiterin Veronika Schimmel. Sie habe sich bewusst dafür mit den Kollegen entschieden, dass die Schüler etwas vom Unterricht erleben, sagt sie. Das bringe den Mädchen und Jungen viel mehr, als ein Besuch mit den Eltern, bei denen alle zwar die Räume und die Lehrer kennen lernen, aber nicht wissen, wie der Schulalltag wirklich ist. Der unterscheidet sich deutlich von dem der Grundschule. Das lernen die Besucher an dem Vormittag. Zur Seite gestellt bekommen sie Schüler aus der achten Klasse. Sie achten darauf, dass der Tagesplan absolviert wird und die Stationen alle besucht werden.

Wechsel von der Grundschule

Mit 85 neuen Schülern rechnet die Schulleiterin zu Beginn des kommenden Schuljahres. Das könnten vier Klassen werden. Zwischen drei und vier Klassen sind die verschiedenen Jahrgänge stark. Die Grundschulen geben den Eltern eine Schullaufbahnempfehlung zum Ende der Grundschulzeit mit. Verpflichtend ist sie allerdings nicht. Das letzte Wort haben de Eltern, sagt die Schulleiterin. Für die Schüler ist der Wechsel zum Gymnasium eine neue Lebenserfahrung. Zumal die Einrichtung in den unteren Klassenstufen ein Ganztagsangebot hat. In den festen Tagesablauf kann die Einrichtung viele interessante Angebote einbauen, schildert die Schulleiterin. Damit machen die Grundschüler an diesem Vormittag Bekanntschaft. In der Aula zeigt Annika Johannes, wie das Zumba-Angebot umgesetzt wird. Gemeinsam tanzt sie mit den Kindern nach Musik in der Aula.

Viel Wert legen die Lehrer auch darauf, dass die neuen Schüler frühzeitig lernen, allein zu arbeiten und Problemstellungen zu lösen. Wochenplan heißt dies im Haus. Auch hiermit machen die Neuen Bekanntschaft. Die Schüler einer fünften Klasse zeigen ihren neuen Schulkameraden, was es dabei zu beachten gibt.

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Lernstoff erarbeiten

Überhaupt sei es sehr wichtig, den Schülern die Methoden zu zeigen, wie sie sich einen Lernstoff erarbeiten und ihn anwenden, macht die Schulleiterin deutlich. Für das spätere Leben sei dies eine wichtige Lektion. Bei einer ständig steigenden Menge von Wissen, kann niemand mehr alles wissen, sondern muss vor allem die Wege kennen, wie er sich das Wissen erarbeitet und anwenden kann.

Für einen guten Start am Gymnasium müssen vor allem die Voraussetzungen stimmen, unterstreicht sie. Die Schüler müssen die Schriftsprache schon gut beherrschen. „Das Abitur wird immer noch in Handschrift abgelegt“, begründet sie. Wie die Grundschulen noch besser die Kinder auf den Wechsel vorbereiten können, darüber will sie sich mit den Kollegen demnächst austauschen. Eine weitere wichtige Säule ist zudem das Elternhaus. Die Mütter und Väter besuchten gestern Abend das Gymnasium. Hier erfuhren sie weitere Details. Schon frühzeitig müssen sich die Familien festlegen, welche zweite Fremdsprache die Kinder lernen sollen. Danach werden die Klassen sortiert, beschreibt die Schulleiterin. Allerdings kommt die zweite Fremdsprache erst ab der siebenten Klasse. In anderen Gymnasien trennen sich dann die Wege der Klassenkameraden. In Zerbst ist dies nicht notwendig, wenn die Wahl schon zu Beginn feststeht.

Noch bleibt für alle Beteiligten ausreichend Zeit. Die Klassenlehrer für die neuen Klassen stehen so gut wie fest, sagt Veronika Schimmel weiter. Erst kurz vor den großen Sommerferien werde sie eine weitere Versammlung mit den Eltern der künftigen Schüler durchführen, kündigt sie an. Erst dann werden die Lehrer benannt. Personell ist die Schule gut ausgerüstet. Wenn alle Lehrer da seien, könne der Unterricht komplett abgedeckt sein. Neues Personal werde in der Zukunft benötigt, wenn Lehrer Rentner werden.