Bias l Die Stadt Zerbst ist verpflichtet, eine Wasserwehr vorzuhalten. Schließlich bilden 29,5 Elbkilometer die Grenze des Stadtgebietes. 19 Kameraden unter der Leitung von Hans Wink arbeiten derzeit ehrenamtlich bei der Wasserwehr, die 1994 gegründet wurde, mit. Eine ordentliche Grundausstattung war schon lange überfällig. Endlich konnten nun die Wünsche der Kameraden erfüllt werden.

„Das hat eine lange Vorgeschichte“, bestätigte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). „Ich weiß nicht, wie oft mich Hans Wink darauf hingewiesen hat, dass die Wasserwehr nicht ausreichende ausgestattet ist“, sagte er. Zum Glück ließ er nicht locker.

Großer Wurf gelungen

„In diesem Jahr ist uns ein richtig großer Wurf gelungen“, freute sich Dittmann. „Wir haben die Chance der Förderung genutzt, um uns besser aufzustellen“, meinte der Bürgermeister. Nicht nur ein paar Sandsäcke konnten angeschafft werden.

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Zu dem Gesamtpaket gehören Bekleidung für alle Mitglieder, die Parka, Jacken, Latzhosen, Stiefel, Handschuhe, Mützen bis hin zu Sonnenschutzmützen umfasst. Neue Garderobenschränke wurden angeschafft. Dazu kamen diverse Ausrüstungsgegenstände wie Sandsackfülltrichter, Stativ-Beleuchtung, Leitungsroller, Scheinwerfer, Aufnahmebrücke, Handscheinwerfer und Ferngläser.

Efre-Mittel und Eigenanteil der Stadt

Vier Schlauchboote inklusive Paddel und Rettungswesten stehen jetzt zur Verfügung, außerdem ein Motorboot mit Rettungswesten und Trailer. Der neue Stromerzeuger, zu dem es auch noch einen Anhänger gab, reiche auch aus, um das Rathaus komplett zu versorgen, erläuterte Andreas Dittmann. Es ist also geeignet, um auch an anderen Stellen zum Einsatz zu kommen. Hier hat man also gleich weiter gedacht.

Für diese Beschaffung der Grundausstattung wurden Mittel in Höhe von 82.000 Euro aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (Efre) zur Verfügung gestellt. Das bedeutet eine Förderung von zirka 80 Prozent. Mit dem städtischen Eigenanteil wurden in die Grundausstattung insgesamt 106.754 Euro investiert.

Das ist schon eine „Hausnummer“, so Andreas Dittmann, der Hans Wink dankte, dass er immer wieder die Mittel einklagte. Thomas Sanftenberg aus der Stadtverwaltung habe dann alles in die Wege geleitet.

„Jetzt haben wir eine vernünftige Grundausstattung“, beteuerte Wasserwehrleiter Wink, „wir sind froh, dass wir die Sachen bekommen haben und wir vernünftig arbeiten können.“ Im neuen Outfit präsentierten sich die Kameraden, auch zwei Frauen gehören der Wasserwehr an, bei der offiziellen Übergabe in Bias, wo sie ihr neues Domizil haben.

Neues Fahrzeug im nächsten Jahr

2018 wurde das ehemalige Gerätehaus der Biaser Ortswehr, die aufgelöst wurde, der Wasserwehr zugeordnet. Auch ein eigenes Fahrzeug wurde zur Verfügung gestellt. Das soll im ersten Quartal 2021 ein neues werden, ist Hans Wink optimistisch. Ein paar weitere kleinere Wünsche an die Ausstattung sind nämlich immer noch offen.

Der Zerbster Bürgermeister ließ sich in Bias die Räumlichkeiten zeigen. Die neuen Garderobenschränke sind längst eingerichtet, die alte Fahrzeughalle eingeräumt. Ein kleiner Raum steht außerdem zur Verfügung, wo man beraten kann. Hier kann auch Kinder- und anderen Gruppen die Wasserwehrarbeit näher gebracht werden. Manchmal kommen Nachwuchsbrandschützer, um sich ein Bild zu machen.

Auch die Feuerwehren werden regelmäßig in Sachen Hochwasserschutz geschult. Auf die Zusammenarbeit von Wasser- und Feuerwehr und nicht zu zuletzt von Wasserrettung kommt es am Ende an. „Wir sitzen alle im selben Boot“, bringt es Hans Wink auf den Punkt.