EIL

Schloss Zerbst

Sommerbaustelle liegt in der Zeit

Die Bauarbeiten am Zerbster Schloss liegen in einem guten Zeitrahmen. Rund 225 000 Euro werden am Pavillon verbaut.

Von Sebastian Siebert 25.06.2016, 11:00

Zerbst l Seit einem Monat wird am Schloss in Zerbst wieder gebaut. Die mittlerweile neunte Sicherungsmaßnahme läuft. Ziel ist eine Überdachung des sogenannten Pavillons des Ostflügels. „Das provisorische Dach, welches einen Teil des Pavillons bedeckte, ist entfernt worden“, sagte Dirk Herrmann. Einige Teile waren auch gar nicht überdacht. „Da wurde die Mauerkrone saniert. Die durch die Witterung angegriffenen losen Steine wurden abgenommen“, erzählte er weiter. „Dann wurde es auf Originalniveau wieder hochgemauert“, fügte er an.

Jetzt ist die Schalung installiert, in welcher Beton gegossen werden soll, damit die Krone verfestigt wird. „Zudem wird das Schmuckgesims wieder gebaut“, so Herrmann. Dieses sei nach dem Krieg abgefallen. „Es hängt nachher 75 Zentimeter über der Kante“, erklärte er. Der Sims hatte ohne Dach kein Gegengewicht mehr. Nun, da eine Stahlbetondecke aufgebaut wird, wird es wieder halten.

Rund 500 Quadratmeter werden mit der Stahlbetondecke verschlossen. Es entstehen dann wieder mehrere Räume.

„Die Räume werden mit einer Ausstellung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in 2017 in Betrieb genommen“, sagte Herrmann. Die Verträge seien schon fix. Schon vor rund vier Jahren hatte er sich um die Ausstellung bemüht. „Diese ist so beliebt, dass es tatsächlich so lange braucht, bis man sie bekommt. Dass es nun mit der Fertigstellung des Pavillons zusammenfällt, ist eher ein glücklicher Zufall.“ Die Ausstellung zeigt wichtige Meilensteine der Stiftung und was mit ihrer Hilfe bewirkt worden ist.

Rund 15 Fenster müssen bis dahin verschlossen werden. Dafür setzt der Verein auf provisorische Lösungen aus Glasfolie. „Damit haben wir in anderen Räumen schon gute Erfahrungen gemacht. Die halten circa zehn Jahre“, so Herrmann. Der Preis liege bei rund 600 Euro pro Stück. Gegenüber den 5000 Euro für ein echtes Fenster sei das eine wirkliche Ersparnis. „Echte Fenster können wir uns nicht leisten“, erklärte er. Die Provisorien seien aber fest genug und schützen zudem vor UV-Licht, so dass die Ausstellung gut geschützt sei.

„Wir liegen gut in der Zeit. Obwohl es die neunte Sicherungsmaßnahme ist, ist es übrigens meine erste Sommerbaustelle“, so Herrmann. Der Rest sei meist während der Wintermonate gebaut worden. Denn oft werden die Fördermittel erst spät im Jahr ausgezahlt, so der Vorsitzende. Das Wetter sei nun optimal. 225 000 Euro hat das Land und der Bund im Zuge der Städtebaulichen Förderung für die Maßnahme bereitgestellt.

Am Montag wird der Baubeginn der Maßnahme feierlich begangen. Zu 15 Uhr sind alle Interessenten und Schloßfreunde herzlich dazu eingeladen.