Lindau l Lindauer, die im Wettbewerb gegen andere Mannschaften Volleyball spielen wollen, müssen auf Heimspiele verzichten. Denn die Sporthalle im Ort ist dafür nicht geeignet, sagt Ortsbürgermeister Helmut Seidler. Er will sich 2019 dafür einsetzen, dass sich dies ändert. Denn die baulichen Bedingungen seien es, die das Mannschaftsspiel des beliebten Sports mit dem Ball über dem Netz unmöglich machen. Die Heizung in der Sporthalle ist unter dem Dach montiert. In vielen Sporthallen ist dies erprobte Praxis. Denn viel Möglichkeiten gibt es in einer Sporthalle für die Heizung nicht.

Anlage zu tief

In Lindau ist die Heizungsanlage aber so tief montiert worden, dass der Freiraum über den Volleyballern für den zugelassenen Punktspielbetrieb nicht ausreicht, bedauert Helmut Seidler. Dabei hatte er sich lange bemüht, die Sporthalle, die einst dem Landkreis gehörte, in das Eigentum der Stadt zu bekommen. Wichtig ist das Gebäude vor allem für die Schüler der Grundschule in der unmittelbaren Nachbarschaft. Daneben bietet eine Sporthalle aber auch den Bürgern die Möglichkeit nach Feierabend dort Sport zu treiben. Nur müsste die Halle dann auch für die gängigsten Sportarten geeignet sein, meint der Ortschef.

In dieser Woche will Seidler sich mit dem Bürgermeister treffen, um über die Sporthalle zu reden. „Ich habe aus Verwaltungskreisen schon gehört, dass mein Vorschlag zum Umbau der Heizung auf wenig Gegenliebe stößt“, sagte er. Trotzdem wolle er an dem Vorschlag festhalten, kündigte er an.

Ausweichen nach Zerbst

Denn um im Punktspielbetrieb mitzumachen, müssten die Lindauer nun andere Sportstätten in der Stadt nutzen. Dazu müssten sie sich ins Auto setzen, um nach Zerbst zu fahren. Das mache wenig Sinn, wenn in der Kleinstadt eine Sporthalle zur Verfügung stehe. Deshalb solle der bauliche Zustand so verändert werden, dass die Sportart auch ausgeübt werden könne. Das komme auch dem Verein zugute, wenn er vor Ort seinen Sport organisieren könne und nicht immer entferntere Sporthallen nutzen müsse. Vor allem sei dies auch eine Frage der Organisation. Die Spieler müssten schließlich alle fahren oder gefahren werden. Deshalb lohne sich die Investition in die Halle, wirbt der Ortschef. Sorgen mache ihm daneben der Fußboden der Sporthalle. Auch hier müsse die Stadt dringend Geld in die Hand nehmen und den Fußboden machen, warnt er.

Die Unterhaltung der Sporthalle sei eine zentrale Aufgabe für die Kommune, schon wegen des Schulsports. Er sei froh, dass die Einrichtung der Stadt gehöre und den Schülern und Bürgern zur Verfügung stehe. Nur müssten für die Zukunft die Bedingungen im Haus verbessert werden.

Leerstand

Ein weiteres Thema ist für ihn in diesem Jahr weiterhin die ehemalige Sekundarschule. Seit einigen Jahren steht das Gebäude bereits leer, als der Landkreis den Standort für den Unterricht schloss. Auch hier wirbt er seit einiger Zeit in der Stadt dafür, dass die Kommune den Standort vom Landkreis übernimmt. Das sei besser als der jetzige Leerstand.

Als Schulhort nutzen

Zudem könne die Kleinstadt das Gebäude sehr gut gebrauchen, macht er deutlich. Gern würde er das Haus für den Schulhort nutzen. Der Hort in Trägerschaft der Volkssolidarität befindet sich zwar auch auf dem Schulgelände. Allerdings in einem Gebäude zwischen dem Grundschulhaus und der ehemaligen Sekundarschule. Die Raumsituation sei kaum als optimal zu bezeichnen, schätzt er ein. In der ehemaligen Sekundarschule hätte der Hort viel mehr Möglichkeiten. Auch die Schule könnte hier noch Räume nutzen, schwärmt er. Außerdem sei es besser das Haus zu nutzen, als es weiter verfallen zu lassen.

Landkreis besitzt Gebäude

In der Vergangenheit gab es schon einmal Bewegung in der Angelegenheit. Doch Landkreis und Stadt konnten sich bislang nicht einigen. Zu unterschiedlich waren bislang die Vorstellungen. Dennoch müsste der Landkreis das Haus an die Kommune kaum für den Preis eines Wertgutachtens veräußern. Es bliebe in kommunaler Hand, verweist der Ortsbürgermeister. Ähnliche Pläne hegt er ebenso für das Haus der Grundschule. Das Gebäude befindet sich im Eigentum des Landkreises. Die Stadt hat das Haus gepachtet. Als Schulträger sollte die Kommune das Gebäude auch besitzen und sich um alles kümmern, wünscht er sich für die Zukunft. Dann könne der Schulstandort in den kommenden Jahren weiter entwickelt und Lindau als Wohnort für Familien mit Kindern gestärkt werden.