Heimatfotorätsel

Teilnehmer erkennen Altar von St. Nicolai in Zerbst – der einst größten Hallenkirche Anhalts

Sie prägt das Stadtbild seit unzähligen Jahren – die Kirche St. Nicolai am Zerbster Markt. Das aktuelle Rätselfoto zeigt in dieser Woche den Altar der einst größten Hallenkirche Anhalts, den viele Zerbster erkannt haben.

Von Thomas Kirchner
Selbst in der Ruine zeigt sich der Innenraum der Nicolaikirche ziemlich imposant und erzeugt beim Betrachter eine gewisse Ehrfurcht, wie diese etwas andere Aufnahme zeigt.
Selbst in der Ruine zeigt sich der Innenraum der Nicolaikirche ziemlich imposant und erzeugt beim Betrachter eine gewisse Ehrfurcht, wie diese etwas andere Aufnahme zeigt. Foto: foto+bild Heiko Röder

Zerbst - Das Gotteshaus war im 12. Jahrhundert als romanische Basilika errichtet und zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut worden. Die gewaltige Ruine Nicolaikirche mit den Maßen 80 x 30 Meter, verkörpert ein letztes monumentales Zeugnis der Blütezeit von Zerbst im 15. Jahrhundert. Bis zu ihrer Zerstörung am 16. April 1945 galt sie als größter Kirchenbau Anhalts. Der Hauptaltar dieser Kirche war es, den das Rätselfoto vom 12. Mai zeigte.

Sicher nicht ganz einfach für die Zerbster, die ja immerhin die Wahl zwischen mindestens vier größerer Kirchen in der Stadt hatten. Aber wie immer ließen sich die Teilnehmer des beliebten Heimatfotorätsels nicht in die Irre führen. „Da habt Ihr heute aber ein schweres Bild raus gesucht“, schreibt Manuela Wiechmann aus Biere und konnte es mittels Google dann doch richtig einordnen. „Ich habe mich mal bei Google umgeschaut und Bilder im Inneren der Zerbster Kirche gesucht. Ich denke erkannt zu haben, dass es die Nikolaikirche ist. Ich konnte 13 Jahre von meinen Balkon in die Ruine von der Kirche schauen“, schildert sie.

Nicolaikirche war einst Spielplatz für Kinder und Jugendliche

Auch Andrea Radde, Lothar Platte aus Schora und das DRK-Rateteam um Stefanie Alarich hatten die richtige Lösung in ihren E-Mails parat, ebenso wie Bärbel Krüger aus der Facebook-Gruppe Zerbster Kaffee & Gesprächsrunde. Andere Gruppenmitglieder mussten passen, wie sie in den Kommentaren zugegeben haben.

Auch das Telefon klingelte am letzten Mittwoch nicht ganz so wie gewöhnlich. Doch alle Anrufer, absehen vom Wohnbereich V des Willy Wegener Altenheims, erkannten den Hauptaltar der einst so prächtigen Nicolaikirche oder haben es zumindest richtig erraten. Unter den Rätsellösern waren Isolde Wallendorf, Gudrun Franke, Helga Reinald, das Rheingold-Rateteam aus Loburg, Detlef Teßmann und Helmut Lehmann.

Anekdoten oder Geschichten hatte allerdings keiner von ihnen zu berichten, denn niemand der Anrufer hatte die Kirche St. Nicolai noch vor Zerstörung und damit auch von innen gesehen. Nur Matthias Walk vom Rheingold-Rateteam hat verraten, dass er zusammen mit Freunden in der Kinder- und Jugendzeit durch ein Schlupfloch ins Innere der Ruine gelangte und sie dann auch hin und wieder und verbotenerweise die Türme erklommen haben.

Geschichte der Kirche St. Nicolai ist auch die Geschichte der Stadt Zerbst

Auf der Internetseite des Förderkreis St. Nicolai e.V. heißt es, dass die Geschichte der Nicolaikirche auch die Geschichte der Stadt Zerbst, zugleich aber auch Zeugnis der deutschen Religionsgeschichte seit der Reformation wie auch der des Fürstenhauses Anhalt ist.

Die romanische Basilika als Mittelpunkt frühester Stadtentwicklung, der spätgotische Chorbau als Symbol für Reichtum und Selbstbewusstsein in der Blütezeit um 1400 und die Zerstörung der Stadt mitsamt ihrer Kirche 1945 sind besondere Schnittstellen gemeinsamer Historie.

Der kleine Sachpreis geht in dieser Woche an Daniela Wiechmann. Der Preis kann mit vorheriger Terminvereinbarung in der Lokalredaktion abgeholt werden.

Ein Blick auf den geöffneten Hauptaltar der Kirche St. Nicolai, der einst größten Hallenkirche Anhalts, die rund 650 Sitzplätze bot.
Ein Blick auf den geöffneten Hauptaltar der Kirche St. Nicolai, der einst größten Hallenkirche Anhalts, die rund 650 Sitzplätze bot.
Foto: Archiv Regionalpfarramt Zerbst-Lindau
Dieses Foto zeigt die Sprengung des Mitteltums des imposanten Sakralbaus im Stadtzentrum.
Dieses Foto zeigt die Sprengung des Mitteltums des imposanten Sakralbaus im Stadtzentrum.
Foto: Archiv Regionalpfarramt Zerbst-Lindau