Walternienburg l Die Burg ist der zentrale Anlaufpunkt für die Radfahrer an der Elbe. Vom Frühling bis zum Herbst machen die Radler auf der alten Wasserburg Rast und informieren sich über Land und Leute. Tausende Radfahrer besuchen jährlich die Wasserburg. Die Mitarbeiter registrieren die Besucher. Lange Strichlisten gibt es. So lässt sich auch etwas darüber sagen, wie viele Radler jährlich in Walternienburg Station gemacht haben. In diesem Jahr registrierte die Burg 7528 Radfahrer, sagt Erika Reifarth. Als Mitglied im Heimatverein des Ortes und dort im Vorstand, ist sie viel ehrenamtlich auf der Burg unterwegs.

Heißer Sommer ist der Grund

Der heiße Sommer sei in diesem Jahr dafür verantwortlich, dass die Zahl der Radfahrer so gering gewesen sei, ist sie überzeugt. Bei wochenlangen Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius hätten viele Radfahrer sicherlich auf die Tour verzichtet. Das belegen auch die Zahlen. Im Jahr 2012 registrierte die Wasserburg gut 12.000 radelnde Besucher. Seit diesem Jahr sinkt die Zahl Schritt für Schritt. Im vergangenen Jahr waren es allerdings noch 9273 Männer und Frauen, die als Radler die Wasserburg besuchten. In diesem Jahr hätten die Holländer gefehlt, sagt eine Mitarbeiterin. Dafür seien in diesem Sommer recht viele Österreicher und Schweizer an der Elbe unterwegs gewesen.

Abenteuerlich

Dennoch erleben die Mitarbeiter in der Wasserburg immer wieder abenteuerliche Geschichten mit den Radtouristen. Seit es überall mobile Empfänger für das weltweite GPS-System zu kaufen gibt, seien auch Radfahrer zunehmend damit ausgerüstet, schildert sie. „Wir fahren mit Google“, hätten ihr schon öfter Leute gesagt. Nur ist der Dienst nicht immer genau. Obwohl die Ausschilderung auf dem Elberadweg vorbildlich ist und an der Burg zahlreiche Schilder stehen, werden sie regelmäßig ignoriert. Immer wieder verirren sich Radfahrer in den nahen Wald an der Elbe. Andere seien schon in einer Wildschweinsuhle gelandet, beschreibt sie.

Manchmal stehen auch Leute vor der Tür, die die Elbe erkunden wollen und sich kaum auf Deutsch mit den Mitarbeitern vor Ort unterhalten können, erzählt sie. Trotzdem versuchten sie, allen zu helfen und sie zu unterstützen. Auch werden die Besucher immer wieder auf die Sehenswürdigkeiten in der Region aufmerksam gemacht.

Ringheiligtum Pömmelte

Eines der größten Sehenswürdigkeiten befindet sich inzwischen mit dem Ringheiligtum Pömmelte auf der anderen Elbseite in der Stadt Barby. Während an den Autobahnen und Landstraßen inzwischen zahlreiche Hinweisschilder auf die Sehenswürdigkeit verweisen, fehlen Hinweise am Elberadweg. Das haben die Mitarbeiter des Salzlandmuseums in Schönebeck erkannt. Zum Herbstausklang am vergangenen Wochenende kündigten die Mitarbeiter an, dass in Zukunft auch auf dem Elberadweg mehr auf das Ringheiligtum verwiesen werden solle. Noch immer fahren zu viele Radfahrer an der einmaligen Sehenswürdigkeit vorbei.

Allerdings müsse der Träger des Ringheiligtums dann auch etwas in die Infrastruktur investieren, wünscht sich Erika Reifarth. Sie war schon einige Male in Pömmelte zu Gast. „Dort gibt es nicht einmal einen Kiosk“, wundert sie sich.

Überall in der Welt wirbt das Land mit dem einzigartigen Fund aus der Steinzeit. Doch eine Infrastruktur sei bislang nicht erkennbar, wundert sie sich.

Anlage bekannter machen

Gut 22.000 Menschen besuchten in diesem Jahr die Anlage, teilte das Salzlandmuseum mit. Wäre der Sommer kühler geworden, wären es sicherlich noch viel mehr gewesen. Deutlich mehr Besucher wünscht sich mit Gunnar Schellenberger (CDU) der für die Landesarchäologie zuständige Kulturstaatssekretär. Weltweit versucht er die Einrichtung bekannt zu machen. In Zukunft könnten Touristen aus vielen fernen Ländern die Kreisanlage mit den Baumstämmen sehen wollen, ist dabei sein Plan. Ebenso wirbt er für eine bessere Infrastruktur.