Zerbst l Diesen Sonnabend ist Frühjahrsputz angesagt. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehren der Einheitsgemeinde Zerbst treffen sich um 8 Uhr morgens zu einem gemeinsamen Frühstück. Nach der Stärkung rückt der Feuerwehrnachwuchs dann ins Gelände aus. Die jungen Kameraden wollen illegal entsorgten Müll beseitigen, in Zerbst, in den Gemeinden, im Wald und an Feldwegen.

Es soll geklotzt werden, nicht gekleckert, denn es steht eine Premiere an: der erste Umwelttag der Jugendfeuerwehren. Ursprünglich sollte dieser schon im vergangenen Jahr stattfinden, musste aber aus organisatorischen Gründen abgesagt werden.

Initiator und Ideengeber ist Stadtjugendwart Tobias Wolf. „Leider scheint das illegale Abladen von Müllsäcken, Autoteilen, Möbeln, Farbeimern, ja sogar von Elektrogroßgeräten in den Wäldern, an Feldwegen, in der Stadt oder in den Dörfern zu einer Art Volkssport geworden zu sein“, ärgert sich Wolf. Mit dieser Aktion wolle der Feuerwehrnachwuchs ein Zeichen setzen. Die Aktion sei aber auch Bestandteil der Prüfung zur „Jugendflamme“.

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Leitfaden für Ausbildung

Die Jugendflamme ist ein Ausbildungsnachweis in Form eines Abzeichens für Jugendfeuerwehrmitglieder. Sie werde in drei Stufen gegliedert. „Die Deutsche Jugendfeuerwehr gibt einen bundeseinheitlichen Rahmenplan für die Bedingungen, Durchführung und Vergabe vor“, erläutert Tobias Wolf.

Dieses Programm biete die Möglichkeit, Jugendlichen ihre Zeit in der Jugendfeuerwehr interessant, abwechslungsreich und strukturiert zu gestalten.

„Es ist somit zugleich Leitfaden für die Jugendlichen und Hilfestellung für die Verantwortlichen“, sagt der Stadtjugendwart.

In mehreren auf das jeweilige Alter und den Kenntnis- und Leistungsstand abgestimmten Stufen werde der Nachwuchs gemäß des Bildungsprogrammes der Deutschen Jugendfeuerwehr an die Feuerwehrtätigkeit herangeführt.

„Neben feuerwehrspezifischen Ausbildungsinhalten wie Technik, Löschmittel oder erste Hilfe, gehören zur Jugendflamme unter anderem auch der kreativ-kulturelle Bereich, das Kennenlernen von sozialen Einrichtungen, wie Kitas, Altenheime oder Kliniken, sowie Themenarbeiten wie Sport und Umwelt“, so Wolf.

Etwas für die Gemeinde tun

Nun gibt es viele Möglichkeiten einen Umwelttag zu gestalten. „Wir wollten uns nicht nur auf Theorie beschränken und haben entschieden, etwas für die Gemeinden zu tun, in denen wir zu Hause sind, und sammeln illegal entsorgten Müll ein“, betont Tobias Wolf.

Am Umwelttag beteiligen sich alle Jugendwehren der Einheitsgemeinde. Unterstützt wird der engagierte Nachwuchs von den Jugendwarten sowie zahlreichen aktiven Kameraden, die den Müll und Unrat abtransportieren. Das Ergebnis der Aktion wird dann gegen Mittag am Zerbster Gerätehaus zu sehen sein.

„Wir würden uns freuen, wenn die Zerbster und die Einwohner der Gemeinden uns Tipps geben, wo es besonders schlimm aussieht. Wir werden dann versuchen, so viele illegale Müllkippen wie möglich zu beseitigen“, bittet Tobias Wolf die Bürger um Hilfe.

Wenn Sie, liebe Leser, Stellen in Zerbst oder Ihrer Ortschaft kennen, wo illegal Müll oder Sperrmüll entsorgt wurde, dann beschreiben Sie den Ort, wo sich der Müll befindet, und schicken Sie eine E-Mail an redaktion.zerbst@volkstimme.de oder rufen Sie zwischen 11 und 16 Uhr an unter 03923/73 69 26. Ihre Hinweise werden dann an die Zerbster Jugendfeuerwehren weiter- geleitet.