Dobritz l Es sieht wüst aus auf dem Sportplatz von Dobritz. Vom Fußballrasen ist man hier meilenweit entfernt. Die Wildschweine waren im August hier eingefallen und haben sich auf dem Platz ausgetobt. Bespielbar ist er seitdem nicht. Im Jahr 2000 war das schon einmal passiert. Und auch nach dem Sturm Kyrill 2007 war der Platz schwer beschädigt. In vielen Arbeitsstunden Eigenleistung war er immer wieder instand gesetzt worden, erzählt Reinhold Schumann, der zum örtlichen Verein gehört. Der Zaun, der damals errichtet wurde, war wohl nicht waidgerecht, wie sich jetzt zeigte. Oder stand einfach nur die Tür zum Sportplatz offen?

Platz wieder herrichten

Nun ist guter Rat teuer. Der Ortschaftsrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung für den Sportplatz ausgesprochen. „Wir wollen den Sportplatz erhalten“, sagte Ortsbürgermeisterin Cornelia Meerkatz. Auch sollen Ortschaftsmittel genutzt werden, um den Platz wieder herzurichten. Doch die wären nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Es hat eine Begehung des Platzes gegeben. Der Bauhof ist nicht in der Lage, den Sportplatz wieder herzurichten. Eine Kostenschätzung der Stadtverwaltung liegt bei 30.000 Euro für einen neuen Zaun und 80.000 Euro für die Instandsetzung des Platzes. „Die Zahlen sollen wohl eine Baumaßnahme verhindern“, glauben Reinhold Schumann und der TSG-Vorsitzende Günter Hubert. Aber sie halten fest: „Wir wollen einen bespielbaren Platz“.

Um mit eigenen Kräften den Sportplatz wieder herzurichten, reichen die Kapazitäten des Bauhofes nicht aus, bestätigte der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. Eine Versicherung für solche Fälle gibt es nicht, und 110.000 Euro hat die Stadt natürlich auch nicht über. Es müsse auch die Frage zulässig sein, ob die Kosten bei der geringen Nutzung des Platzes gerechtfertigt wären, so Dittmann. In Anbetracht der Auslastung des Platzes – die Dobritzer sind ohnehin in einer Spielgemeinschaft integriert – geht der Zerbster Bürgermeister auch davon aus, dass es keine Fördermittel geben würde: „Es ist schade, aber kurzfristig sehe ich keine Lösung.“

Andere Wege und Lösungen

„Wir denken, dass es anders möglich wäre“, wollen Schumann und Hubert den Platz nicht abschreiben, „wir sind auf uns selber angewiesen“. Mit den Leuten vor Ort, Landwirten und Firmen will man sprechen. Auch auf Unterstützung des Prinzen hofft man. Derweil wird übergangsweise in Steutz trainiert.

Wenn sich aus der Notsituation eine Initiative in Dobritz entwickeln würde, “dann wendet sich das Blatt“, so der Zerbster Bürgermeister, „dann werden wir uns nicht in den Weg stellen.“