Zerbst l Längst ist alt-zerbst.de kein Geheimtipp mehr. Zwischen 3000 und 10 000 Besucher aus der ganzen Welt stöbern jeden Monat auf den Seiten mit unzähligen historischen Fotos, Geschichte, Geschichten und Anekdoten unserer über 1000-jährigen Stadt. Der 16. April vor 75 Jahren besiegelt das Schicksal der einstigen Residenzstadt Zerbst – auch Rothenburg des Nordes genannt. Mehr als 500 Menschen sterben, 80 Prozent der Innenstadt werden zerstört, als die US-Luftflotte 116 Tonnen Spreng- und 90 Tonnen Brandbomben über Zerbst abwirft. Das Rothenburg des Nordens gibt es nicht mehr.

Heiko Röder und Helmut Hehne machen das alte, historische Zerbst mit seinen kleinen verträumten Gassen und Winkeln wieder lebendig. Röders Onkel, Hobbyhistoriker und Zerbst-Kenner Helmut Hehne, hat ihn mit seiner Leidenschaft für die Geschichte Zerbsts angesteckt.

Wichtigstes digitales Nachschlagewerk

„Wir sind im Besitz von Unmengen Fotos und Dokumenten über das alte Zerbst. Unser Anliegen ist es, diese möglichst Vielen zur Verfügung zu stellen“, erläutert Röder. So haben die beiden Männer 2005 mit alt-zerbst.de das wohl wichtigste, in jedem Fall umfangreichste Nachschlagewerk im Internet über das alte Zerbst geschaffen.

Bilder

„Ich bekomme häufig auch Anfragen zu Personen, frühere Unternehmen oder bestimmten Gebäuden im alten Zerbst. So kontaktierte mich eine Frau, die behauptete, die Ur- Ur- Ur-Enkelin von Katharina zu sein. Auch solche eher kuriosen Sachen kommen vor“, sagt Röder lachend.

Für Recherchezweck genutzt

Mittlerweile würde die Seite sogar zu Recherchezwecken genutzt. „Ich habe Zeitungsbeiträge gesehen, wo als Quelle der Angaben alt-zerbst.de angegeben wurde. Oder beispielsweise auch Schulklassen nutzen die Seite, um die Geschichte der Stadt zu erkunden“, freut sich Röder über das noch immer große und sogar gewachsene Interesse an der Internetseite. Es meldeten sich sogar Seitenbesucher, die ihm Material, wie Fotos oder Dokumente anbieten.

„Übrigens, die meist besuchten Unterseiten sind die vom Zerbster Schloss und Katharina“, so Röder. Er vermute, dass auch viele Russen oder russisch-stämmische Menschen auf den Seiten unterwegs sind.

Kalender für 2021

Inzwischen haben Röder und Hehne drei Bücher, ebenfalls mit zahlreichen Bildern und Geschichten veröffentlicht. Dazu kommen die Kalender, die Röder seit einigen Jahren gestaltet. „Auch hier überwiegen natürlich die Aufnahmen aus dem historischen Zerbst“, erklärt Röder und holt den druckfrischen Kalender für 2021 aus der Tasche.

Neben der Pflege der Internetseite, dem Schreiben von Büchern und Illustrieren von Kalendern ist Röder inzwischen auch als Fotograf unterwegs, fängt die sich verändernde Stadt, aber auch Hochzeitspaare und Kinder bildlich ein. „Ich fotografiere schon fast mein ganzes Leben. Das macht mir riesig Spaß“, sagt Heiko Röder.

Wer neben den alten auch neue Aufnahmen sehen möchte, findet diese unter www.bildundfoto.de.