Steckbyer Carneval Club "Grün-Weiß" startet mit der ersten Prunksitzung den Veranstaltungsreigen der 37. Session

Von Vampiren und Feen geht\'s in den wilden Westen

Von Daniela Apel

"Viel Spaß für wenig Geld" verspricht der Steckbyer Carneval Club (SCC) "Grün-Weiß" in seiner 37. Session. Den Beweis lieferte am Sonnabend die erste Prunksitzung. Begeistert verfolgte das Publikum das gelungene Programm.

Steckby l Während hinter den Kulissen das Lampenfieber steigt, herrscht im ausgeschmückten Saal der Gaststätte "Zum Biber" entspannte Stimmung. Plaudernd warten die teils kostümierten Besucher auf den Beginn der Prunksitzung, die unter dem vielversprechenden Motto steht "So viel Spaß für wenig Geld - freut uns, wenn es Euch gefällt!"

Um 20.11 Uhr ist es soweit. Der Narrenrat nimmt auf der Bühne Platz. Dann schreitet das Prinzenpaar herein. Mit der Proklamation verkünden ihre Lieblichkeit Doreen I. und seine Tollität Mirko I. die Verhaltensrichtlinien des Abends. Die wichtigste Regel demonstrieren die Beiden sofort äußerst anschaulich: die Kussfreiheit, die vor allem dem Prinzen noch einiges abverlangen sollte.

Für den schwungvollen Throntanz der Funkengarde zündet das Publikum die erste dreistufige Geräuschrakete. "Es ist alles noch ein bißchen eingerostet", animiert Thomas Schoberth lächelnd zur Steigerung. Als Zeremonienmeister führt er einmal mehr gekonnt durch das Programm. Und da darf der traditionelle Karnevalswalzer nicht fehlen. Alljährlich wächst das Lied um eine neue Strophe. "Doch keine Angst, es werden nicht alle 37 gesungen", wendet er sich an die Zuschauer, die kurz darauf schunkelnd in den Gesang der Wiesenpieper einstimmen.

Auf ein dreifach donnerndes "Steckebu Juchhu!" folgt der Auftritt des Tanzmariechens. Mit Leichtigkeit wirbelt Alexandra Mark über das Parkett und erntet beeindruckende Blicke für ihre Drehungen, Beinschwünge und den gesprungenen Spagat. Nicht weniger mitreißend ist der Auftritt der Elbhüpfer. Schwungvoll entführen die jungen Nachwuchstänzerinnen des SCC die Anwesenden in den Wilden Westen zu Cowboys und Indianern. Unterdessen begeistern die Biberkirschen in der Rolle von sexy Vampiren mit einer schaurig-rockigen Darbietung. Für Südsee-Stimmung sorgen die Dance Girls, deren romantischer Lambada in eine flotte Hip-Hop-Nummer übergeht. Derweil lassen die Alten Weiber mit einem Charleston die Zwanziger Jahre auferstehen. Unterstützt werden sie vom Männerballett, das mehrfach die Kostüme wechselt. Bringen die Herren das Publikum zunächst mit Altberliner Tänzen zum Schmunzeln, begeistern sie es später als stattliche Russen.

Im Auftrag des Herren präsentieren die Hot Bananas (Matthias Heinecke und Torsten Mark) eine unterhaltsame Performance. Die Wiesenpieper beweisen ebenfalls schauspielerisches Talent. Amüsant setzen sie bekannte Hits wie "Ba-Ba Banküberfall", "Über den Wolken" oder "Ein bißchen Spaß muss sein" in Szene und erzählen vom Wunsch, Millionär zu sein. Dabei trifft das Publikum auch auf eine höchst wandelbare Fee...

Überhaupt werden die Lachmuskeln der Zuschauer tüchtig strapaziert. So ist Klaus Kürschner als Bauchredner mit einer recht eigenwilligen Puppe zu erleben. Selbstbewusst flirtet die blonde Helga mit den Männern. Von denen weiß Putzfrau Agnes Schulze alias Uta Kopeng einiges zu berichten. Freimütig erzählt sie von ihrer Ehe, in der die Suche nach einer Fernbedienung für ungewohnte Zärtlichkeiten sorgt. Auch erfahren die Zuschauer von ihr, wozu Viagra in Salbenform gut ist. Manch Spitze auf das weibliche Geschlecht schießt Heiko Röder in seiner Paraderolle als Paul ab. Da verrät er beispielsweise, wie man eine chinesische Jungfrau nennt und was sich hinter einer Gummibärenparty verbirgt. Apropos. Am "Kelch der Freude" wird zwischendurch genauso genippt wie die Besucher Zugaben einfordern.

Schließlich läuten die Wiesenpieper das musikalische Finale ein. Bekannte Karnevalsklassiker erklingen, ehe der Zeremonienmeister das Prinzenpaar in die Saalmitte bittet. Mit dem Schneewalzer geben die närrischen Hoheiten das Tanzparkett frei. So endet nach fast drei Stunden ein gelungenes Programm, für das die "Grün-Weißen" bei den regelmäßigen Proben, dem Anfertigen von Requisiten und Nähen der Kostüme wieder viel Freizeit investiert haben. Ein Dankeschön gilt ebenfalls den Sponsoren des Vereins.

Übrigens gibt es noch einige Restkarten für die Veranstaltungen des SCC. Wer also neugierig geworden ist, sollte sich schnell telefonisch unter (039244) 390 bei Familie Laue melden.

Interessante Fakten zum Steckbyer Carneval Club finden sich neben vielen Bildern im Internet unter www.steckby.de.