Tourismus

Walternienburg träumt von Tourismusregion im Drei-Flüsse-Eck an Elbe, Saale und Nuthe

Orte um Zerbst und Barby sollen enger zusammenarbeiten

Die Wasserburg in Walternienburg

Walternienburg (pwi) l

Das „verzahnte Ringen um die Entwicklung des Ortes“ beschäftigte die Mitglieder des Walternienburger Ortschaftsrates erneut bei ihrer jüngsten Sitzung. Ein Thema, bei dem Ortsbürgermeister Jörg Hausmann nicht locker lässt und immer wieder mit vielen Ideen aufwartet. Dabei betrachtet er Walternienburg nicht losgelöst, sondern vielmehr als Teil einer Region: „Ich werbe dafür, dass wir uns mehr als Region verstehen.“

Die Region, von der hier die Rede ist, umfasst Orte diesseits und jenseits der Elbe. Jörg Hausmann spricht vom „Dreiflüsse-Eck“. Elbe, Saale und Nuthe bilden hier die Lebensadern der Natur. Von Pömmelte und Glinde über Gödnitz, Flötz, Groß Rosenburg, Tornitz, Breitenhagen und Tochheim, die Stadt Barby, Walternienburg mit Ronney erstreckt sich das „Dreiflüsse-Eck“. Die Vision ist, dass alle diese Orte am gleichen Strang ziehen. Eine Region, die zusammen einiges zu bieten hat. 

Für das „Dreiflüsse-Eck“ hat Hausmann sogar schon einen Entwurf vorgelegt, wie ein Schild aussehen könnte, die in allen diesen Orten die Besucher begrüßt und auf ebendiese Region aufmerksam macht. „Es ist nur mein Entwurf“, betonte Jörg Hausmann, weder autorisiert noch beschlossen – ein Vorschlag eben. 

Seine Vorstellungen stellte Hausmann seinen Mitstreitern im Rat vor. Bei den Bürgervertretern wurden sogleich Erinnerungen an einstige enge Beziehungen zur anderen Elbseite wach. „Früher war es eine interessante Sache, nach Barby zum Einkaufen zu fahren“, so Gerald Niemann. Andreas Strauß erinnerte sich, mit dem Moped zum Tanken gefahren zu sein, Margitta Steinz daran, dass man in Barby ärztlich betreut wurde. Andreas Heide führte das Schiffsrestaurant in Breitenhagen an, das, wenn es wieder in Gange käme, profitieren könnte. Allerdings wäre der verlässliche Fährbetrieb eine wichtige Voraussetzung. "Die Fähren lassen die Region zusammenwachsen oder als Sackgassen enden", machte Jörg Hausmann noch einmal klar deutlich. Ein verlässlicher Fährbetrieb wäre also eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung der Region. "Der Sommerfahrplan ist noch nicht aktiviert.“ Der Walternienburger Ortsbürgermeister bedauert vor allem, dass die Fähren am Wochenenden nicht übersetzen.

Beim Barbyer Bürgermeister Torsten Reinharz (parteilos) habe er seine Drei-Flüsse-Vorstellungen schon einmal vorgebracht, meinte Jörg Hausmann. Bei der Nuthe habe dieser zwar schmunzeln müssen, aber er wolle das mit seinen Bürgermeistern in den Orten besprechen. Gespräche mit den Ortsbürgermeistern wären der nächste Schritt. Dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) hat Jörg Hausmann seinen Entwurf auch zugesandt.

„Die Idee ist grundsätzlich gut“, reagierte Andreas Dittmann. "Wir sind derzeit dabei, im Rahmen unseres ESF-Radprojekts das elbeübergreifende Radeln mit Thementouren zu untersetzen und wollen das Großsteingrab Gehrden mit Pömmelte – über Walternienburg und  Barby –  präferieren“, so der Bürgermeister. Das sei bereits in den Unterlagen.

Als ein ähnlicher Vorstoß vor zirka zwei Jahren schon mal vorlag, habe man mit dem Barbyer Bürgermeister Kontakt aufgenommen und über das Thema gesprochen. Dabei sei es dann aber leider zunächst geblieben, so Dittmann. Einen festen Ansprechpartner, einen Touristiker etwa, der Material, Ideen und Zuarbeiten liefern könnte, habe es jedoch dort nicht gegeben. „Wichtig ist, dass solche Ideen auf beiden Elbseiten mit Leben erfüllt werden, aber steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein“, so Dittmann, „wir unterstützen uns da gern gegenseitig."