Kirchensanierung

Wandbild zeichnet sich schon ab

Neues Jahr - neue Aufgaben. In Nutha werden gleich zum Jahresauftakt die Sanierungsarbeiten an der Kirche fortgesetzt.

Von Petra Wiese

Nutha l Die Wand hinter dem Altar ist eingerüstet. Linien verbinden kleine Kreise, die mit Nummern versehen sind. Abstrakte Geometrie oder ein Rätsel für die Nachwelt? Weder noch. Hier soll ein Wandbild nach dem Entwurf von Gerlach Bente gestaltet werden. Dazu gehören Metallstreifen, die in die Wand eingearbeitet werden. Für diese hat der Elektriker Christian Bombach schon die Schlitze gemacht. Der Planer Gunnar Hollenbach hatte im Vorfeld den Entwurf für das Bild an die Wand projiziert und quasi vorgezeichnet. Nun kann es an die weitere Umsetzung gehen. Eine Herausforderung auch für die Malerfirma, nach den Vorgaben des Künstlers zu arbeiten und die Farbtöne umzusetzen.

Die weiteren Schritte zur Innenraumsanierung umfassten derweil auch das Verputzen des unteren Bereichs der Wände. Das erfolgte bereits ringsum. Hier gab es eine Probeputzfläche, so Pfarrer Albrecht Lindemann. Der Putz hielt drei Jahre, da konnte man nun loslegen. Auch die Elektrik in der Kirche ist im Zuge dieses Bauabschnittes inzwischen erneuert worden.

Die neuen Prinzipalstücke sind in Arbeit, erläutert der Pfarrer. Die werden aus Metall geschaffen, so wie es Gerlach Bente vorgesehen hat. Ursprünglich war der Glaskünstler nur wegen der Fenster nach Nutha gekommen. Die sind in der Kirche längst rundum eingebaut. Doch bei den Fenstern wollte es Gerlach Bente nicht belassen. Er machte sich Gedanken, wie der gesamte Innenraum aussehen und im Einklang mit den Fenstern wirken könnten.

In schlichten Formen hat der Künstler Lesepult, Taufstein und Altar entworfen. Eisen und Messing kombiniert er, der sonst eigentlich nie mit Metall arbeitet. Das Metall findet sich auch im großen Wandbild wieder. Die Zerbster Schlosserei und Metallbaufirma Partheil stellt die Prinzipalstücke her. Gerade musste noch abgestimmt werden, wie hoch der Altar letztendlich werden soll.

Bis Mitte des Jahres soll dieser Bauabschnitt abgeschlossen sein. Dazu gehört auch der Innenanstrich. Der erfolgt, wenn der Putz richtig getrocknet ist. Noch weiß man nicht, ob der gesamte Innenraum in diesem Zuge gestrichen werden kann. Das hänge vom Angebot ab, so Pfarrer Lindemann, ob über den Altarraum hinaus die Wände des Kirchenschiffes gleich mit gestrichen werden können. Ansonsten würde der restliche Anstrich in einem nächsten Bauabschnitt erfolgen, in dem auch Kirchenbänke und Holzausstattung überarbeitet werden sollen.

Es sind schon zig Bauabschnitte, die die Sanierung der Nuthaer Kirche seit Herbst 2015 bis jetzt umfasste. „Stück für Stück ging es voran“, so Albrecht Lindemann. Sowohl außen, als auch innen war eine Sanierung des Gotteshauses dringend notwendig. Umso mehr freut es den Pfarrer, dass die Kirche jetzt quasi zum Vorzeigeobjekt wurde – eine „Lichtungspionierkirche“.

Die Nuthaer Kirche war die erste Kirche, in der im Rahmen des Projektes Glaskunstfenster eingebaut wurden. Ausgangspunkt waren 2014 die Entwürfe für die Ausstellung „Glanzlichter“ im Naumburger Dom. In Nutha konnte dann als erstes die komplette Verglasung – acht Rundbogenfenster hat der Künstler gestaltet – umgesetzt und fertiggestellt werden. Und Nutha ist nun auch die erste Kirche, in dem die Komplettgestaltung nach dem Entwurf eines Künstlers realisiert wird. Erstmalig beteiligt sich hier auch die Kunststiftung Sachsen-Anhalt an der Finanzierung.

Die Nuthaer Kirche war als „godeshus dar thu der Nudt“ 1378 erstmals urkundlich erwähnt worden. 1707 erfolgte ein Umbau, bei dem der Turm seine barocke Haube erhielt und das Kirchenschiff nach Osten erweitert wurde. Durch Beschuss 1945 und einen Brand in der Nachkriegszeit hatte die Kirche starke Schäden davon getragen, die zu DDR-Zeiten behoben wurden.