Eichholz l Es war im Februar 2019, dass die Eichholzer Kirche von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) zur Kirche des Monats ernannt worden war. Nun gehört sie zu den Kandidaten zur Kirche des Jahres. Zwölf Kirchen aus ganz Deutschland sind im Rennen im Wettbewerb um diese Auszeichnung. Bis zum 30. April kann abgestimmt werden. Das kann man online machen oder altherkömmlich per Post.

Die Eichholzer Kirche ist schon etwas besonderes und machte in der Vergangenheit auch immer wieder auf sich aufmerksam. Ende des vergangenen Jahres konnte der zweite Bauabschnitt der umfangreichen Sanierung mit der Fertigstellung des Kupferdaches über der Apsis abgeschlossen werden. Bislang wurden unter Leitung des Zerbster Ingenieurbüros Götz rund 500.000 Euro investiert.

Alt und Neu im Zusammenspiel

Schon im Oktober wurde der neue Altar der Kirche geweiht. Ein Unikat, das der Bildhauer Till Hausmann aus den über 800 Jahre alten Dachbalken der Eichholzer Kirche herstellte. Die „Prinzipalstücke“ sind jedoch nicht nur aus altem Holz gemacht. Sie verbinden das historische Eichenholz mit jüngerem und verweisen damit auf die Einheit von Alt und Neu. Dieses Zusammenspiel ist Thema in der gesamten Kirche.

Nach dem Abriss des späteren Anbaus wurde die Apsis neu errichtet. Dieser Abschluss des Chorraumes erhielt außerdem raumhohe moderne Fenster des bekannten Künstlers Johannes Schreiter. Eine weitere Besonderheit der Eichholzer Kirche und Teil des Glaskunstprojektes „Lichtungen“ der Evangelischen Landeskirche Anhalts.

Historisch sind das romanische Kirchenschiff und der mächtige Breitturm. Im Frühjahr soll es nun noch zur Öffnung einer alten Seitentür kommen. Durch die wird dann auch ein behindertengerechter Zugang zur Kirche möglich sein. In diesem Jahr steht also noch der dritte und letzte Bauabschnitt der Kirchensanierung bevor.

Abstriche beim dritten Bauabschnitt

„Beim dritten Bauabschnitt werden wir aufgrund ausfallender Förderung Abstriche machen müssen“, sagte Gemeindekirchenratsvorsitzende Maren Gabriel. „Wir sind aber dankbar für das Erreichte und auch stolz, dass wir trotz der Größe der Aufgabe nicht den Mut verloren haben. Wir konnten erhalten, was frühere Generationen erschaffen haben. Zugleich ist ein Raum mit einer wunderbaren Atmosphäre entstanden.“

Stolz können die Eichholzer tatsächlich sein, auf das, was sie geschafft haben. Startkapital hatten sich Vertreter der Kirchengemeinde und Eichholzer quasi hart erkämpft 2015 beim Wettbewerb „Mach dich ran“ Spezial der Stiftung KiBa und des Mitteldeutschen Rundfunks. Das Eichholzer Team gewann ein Preisgeld von 125.000 Euro für die Sanierung der Kirche. Ansporn, um entsprechend Eigenmittel aufzubringen und weitere Fördertöpfe und Sponsoren zu erschließen.

Förderung kam vom Land Sachsen-Anhalt, der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, der Ortschaft Leps, Eichholz, Kermen und der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Zahlreiche Sponsoren und Einzelspender unterstützten die Sanierung. Überregionale Aufmerksamkeit erlangten ausgefallene Spendenideen wie die „Eichholzschreiber“ – Füller aus historischem Dachstuhlholz – sowie mit hohem ehrenamtlichem Engagement durchgeführte Veranstaltungen auf der Eichholzer Koppel.

Titel ist nicht mit Geld verbunden

Nun gibt es im Wettbewerb um die Kirche des Jahres allerdings nur eines zu gewinnen: erneute Aufmerksamkeit, denn der Titel ist ohne finanzielle Bedeutung. Pfarrer Albrecht Lindemann: „Mit der Nominierung zur Kirche des Monats Februar 2019 war bereits klar, dass Eichholz auch im Rennen um den Titel ,EKD-Kirche des Jahres 2020‘ stehen würde. Sieht man auf die zahlenmäßig weitaus größeren anderen Gemeinden im Wettbewerb, muss man sagen: ,Wir haben keine Chance. Nutzen wir sie!’“

Damit das klappt hoffen die Eichholzer natürlich auf Unterstützung. So ein Titel würde natürlich positive Aufmerksamkeit auf unsere Region, so Pfarrer Lindemann: „Das kann Zerbst immer gut gebrauchen.“

Wer mitmachen will beim Wettbewerb um die EKD-Kirche des Jahres unter www.stiftung-kiba.de/kirchedesjahres oder per Post an Stiftung KiBa, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover.