Diskussion

Wie können Bürger in Zerbst bei der Laubentsorgung entlastet werden?

Zerbst ist eine grüne Stadt. Die vielen Straßenbäume stellen Anlieger jedoch jeden Herbst vor eine Herausforderung: die Laubentsorgung. Nun wurde diskutiert, wie die Bürger entlastet werden könnten.

Von Daniela Apel 23.07.2021, 15:57
Am Zerbster Ahornweg können Bürger jeden Herbst das Laub von Straßenbäumen abgeben. Die bisherigen zwei Termine sollen erweitert werden,
Am Zerbster Ahornweg können Bürger jeden Herbst das Laub von Straßenbäumen abgeben. Die bisherigen zwei Termine sollen erweitert werden, Archiv-Foto: Judith Kadow

Zerbst - „Kommen wir zum nächsten spannenden Thema.“ Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) die weitere Auseinandersetzung mit dem Antrag der SPD-Fraktion ein zu prüfen, inwiefern Anlieger von Straßen mit vielen Bäumen bei der Laubentsorgung entlastet werden könnten. Bevor die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in die Diskussion einstiegen, wies Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella auf einen wesentlichen Fakt hin: „Grundlage ist die Straßenreinigungssatzung.“ Demnach muss jeder Eigentümer nicht nur Straße und Gehweg vor seinem Grundstück reinigen, sondern ebenfalls das dort liegende Laub beseitigen. Dabei darf es nicht in die Gosse gekehrt werden.

Abgegeben werden kann das Laub von Straßenbäumen kostenlos am städtischen Lagerplatz im Ahornweg. Alljährlich im November werden dort bislang zwei Termine angeboten. Dies sei unzureichend, konstatierte Uwe Krüger (SPD) bereits im Februar, als sich der Ausschuss erstmals mit der Problematik befasste. Eine Verdopplung der Termine sei machbar, hieß es nun seitens der Verwaltung. Allerdings würden dann zusätzliche Kosten anfallen, weil stets ein Bauhofmitarbeiter vor Ort anwesend sein müsste, um zu kontrollieren, dass tatsächlich nur Laub angeliefert wird.

Bioabfallsäcke sind Alternative

Geprüft werden sollte ebenfalls, ob und mit welchen Konditionen eine Entsorgung mittels Laubsäcken möglich wäre. Hierzu nahm das Ordnungsamt Kontakt zu den Anhalt-Bitterfelder Kreiswerken (Abikw) auf. Wie Kerstin Gudella ausführte, können Bürger, die bereits eine Bio-Tonne besitzen, eine zweite 120-Liter-Tonne beantragen, für die sie pro Leerung 1,83 Euro zahlen müssten. Eine zweite Variante sind Bioabfallsäcke aus Papier mit einem Fassungsvolumen von 60 Liter, die 92 Cent kosten und am Tag der Abfuhr der braunen Tonne einfach neben diese gestellt werden.

Darüber hinaus könnte die Stadt selbst eigene Laubsäcke erwerben und dann den Bürgern zur Verfügung stellen, die an baumreichen Straßen wohnen, wie die Amtsleiterin schilderte. Bei einer Menge von - grob geschätzt - 7000 Säcken würden da Entsorgungskosten von rund 10.500 Euro entstehen. Zwingend festzulegen wäre, für welche Straßenzüge dieses Angebot dann gelte. „Und wie soll mit den Ortschaften umgegangen werden?“, bemerkte die Amtsleiterin.

Dies werde eine hitzige öffentliche Diskussion auslösen, prophezeite Dittmann. Von einer kostenlosen Bereitstellung von Laubsäcken riet auch Uwe Krüger ab. „Es gibt bereits Bioabfallsäcke. Das muss die Stadt nicht unbedingt übernehmen“, stimmte Nicole Ifferth (Unabhängige Wählergemeinschaft) zu. Vielmehr sollten die Bürger stärker über diese Möglichkeit informiert werden. Ansonsten seien zusätzliche Termine für die Laubannahme ein erster Schritt, fand sie. Das sah Alfred Schildt (Linke) nicht ganz so. Er erinnerte an Leute, die nicht mobil sind und das Laub gar nicht bis zum Ahornweg bringen könnten.

Zusätzliche Annahmetermine geplant

Weitere Annahmetermine würden nur denen nützen, die im unmittelbaren Umkreis wohnen, meinte Mario Rudolf (Freie Fraktion Zerbst). Mit seinem Einwand hatte er die Zerbster Ortschaften im Blick. Vor allem dachte er an die Anwohner, die oft die Pflege kommunaler Grünflächen mit übernehmen. Hier müsste man trennen, entgegnete Kerstin Gudella. In dem Fall gebe es individuelle Absprachen dahingehend, dass der Bauhof das an einer bestimmten Stelle gelagerte oder in einem Container gesammelte Laub entsorgt.

Der Bürgermeister regte an, bei den Abikw nachzufragen, ob Bioabfallsäcke auf Kommissionsbasis auch im Dienstleistungscenter der Zerbster Stadtwerke auf dem Markt angeboten werden könnten. Bislang können zusätzliche Rest- und Bioabfallsäcke sowie bei Bedarf Gelbe Säcke im Zerbster Bereich der Kreiswerke nur im Kundenbüro der Abikw-Niederlassung bei Straguth erworben werden. Das Büro im Gebäude der Kreisverwaltung am Fischmarkt war zu Jahresbeginn aufgrund der geringen Frequentierung geschlossen worden.

Der Ausschuss verständigte sich letztlich darauf, die Anzahl der Laubannahmetermine zu erhöhen. Zugleich soll versucht werden, eine weitere Anlaufstelle für die Bürger zum Erwerb von Bioabfallsäcken zu schaffen. Endgültig abstimmen muss der Stadtrat darüber auf seiner Sitzung am 28. Juli.