Zerbst | Am 30.10.2019 ist das 2. Katharina-Forum zu Ende gegangen. Der deutsch-russische Wirtschaftsdialog soll in schwierigen Zeiten neue Impulse in der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, aber auch in der kulturellen Zusammenarbeit beider Länder setzen. Das Wirtschaftsministerium in Magdeburg sprach bereits von einer Fortsetzung im kommenden Jahr. Darüber und auch über die Ergebnisse des diesjährigen Katharina-Forums hat Volksstimme-Redakteur Thomas Kirchner mit dem Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) gesprochen.

Auch zahlreiche überregionale Medien, beispielsweise der Stern, die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Morgenpost oder der Focus haben - zumindest in ihren Online-Ausgaben - vom Katharina-Forum berichtet. Kurz gefragt: Alles richtig gemacht?
Andreas Dittmann:
Zumindest haben wir nicht viel falsch gemacht. Die Berichterstattung zeigt, dass wir mit dem Katharina-Forum eine sehr gute Möglichkeit haben, überregional positiv auf uns aufmerksam zu machen. So eine Chance haben nicht viele Städte und schon gar nicht in unserer Größe.

Können Sie bereits von konkreten Ergebnissen des zweitägigen Dialogs berichten?
Ganz konkret konnte zwischen einem Unternehmen aus Omsk mit einem Bahntechnikunternehmen aus Barleben ein Vertrag über die weitere Zusammenarbeit unterzeichnet werden. Der Vertreter der Staatsduma Russlands berichtete davon, dass das Katharina-Forum inzwischen auch im Blick des Außenhandelsausschuss des russischen Parlaments steht und man unser Tagungsformat gemeinsam ausbauen möchte. Das sind nur einige sehr positive Signale.

Sie waren sichtlich überrascht, als Sachsen-Anhalts Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Ude schon bei der Eröffnung so selbstverständlich von einem 3. Katharina-Forum im kommenden Jahr sprach und neben der Wirtschaft auch gleich das Schwerpunktthema Wissenschaft setzte. Auch Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sprach beim Abendempfang bereits von einer dritten Auflage 2020.
Das hat mich in der Tat überrascht, denn nicht in jeder Phase der Vorbereitung schien es allen Beteiligten klar zu sein, dass wir hier in Zerbst/Anhalt sehr viel Engagement in die Erfüllung einer Landesaufgabe investieren. Aber um so besser, wenn die Bedeutung des Katharina-Forums anerkannt wird.

Man kann also jetzt schon davon ausgehen: Nach dem Katharina-Forum ist vor dem Katharina-Forum?
Es sieht ganz so aus. Wirtschaftsminister Armin Willingmann schrieb mir am 3. Oktober, dass er in der Kabinettssitzung der Landesregierung über die positive Resonanz in Zerbst sprach und Zustimmung des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) erhalten habe, dass hier Potential für das Land gegeben sei. Wir werden aber in den nächsten Tagen zunächst das absolvierte Forum auswerten und die nächsten Schritte besprechen. Dazu wird dann auch die Beratung mit dem Beirat des Forums gehören und Fragen der Finanzierung sind auch zu besprechen. Derzeit ist die Risikoverteilung noch nicht in der gewünschten Form geregelt. Hier sehe ich noch mehr Handlungsbedarf beim Land Sachsen-Anhalt.