Zerbster Kirche zum Klettern

Von Sebastian Siebert

Ein Hochseilgerüst steht in der St. Trinitatiskirche in Zerbst. Die Mitarbeiter der Landeskirche Anhalts schaffen dort einen Erlebnisraum.

Zerbst l "Getragen wagen" ist das Motto des Erlebnisraums, welchen die Mitarbeiter der Kirchenjugend der Landeskirche Anhalt in diesen Tagen in der Zerbster Trinitatiskirche ausrichten. Im Zentrum steht ein quadratisches Gestell aus Holz und Metall, das es über Steigeisen und eine Kletterwand zu erklimmen gilt. Mit Seilen gesichert wagen sich die Jungen und Mädchen der Kirchenjugend aus Ballenstedt durch den wackeligen Parcours in mehr als vier Metern Höhe. "Die Augen sind sogar mehr als fünf Meter über den Boden. Das ist für nicht wenige eine echte Herausforderung", erzählt Jugendreferent, Erlebnispädagoge und Hochseilgartentrainer Uwe Kretschmann.

"Der Kletterparcours ist ein Teil des Erlebnisses hier. Unter unserem Motto wollen wir zeigen, was eigentlich alles trägt und das man wagen kann, darauf zu vertrauen", sagt er. So beginnt das Erlebnis mit verbundenen Augen für ein Gruppenmitglied. Die anderen steuern es auf einem gezeichneten Weg entlang. "Danach gehen wir auf das Dach der Kirche. Dort sehen wir die Säulen, welche es tragen", fügt er an. Wieder unten sehen die Teilnehmer, dass jede der Säulen mit einem Begriff versehen ist. Liebe, Hoffnung, Familie, Lob und viele weitere Begriffe stehen dort. "Wann immer sie wollen, können die Teilnehmer einen Stein vor den Begriff legen, der ihnen am meisten bedeutet", erzählt er weiter. Gestern liegen die meisten Steine vor "Familie" und "Liebe".

Mit Seilen aneinander verbunden lassen sich die Gruppenmitglieder nach hinten fallen. "Wer sich am meisten hineinlegt, vertraut am meisten", macht der Pädagoge den Sinn der Übung deutlich. Wenn alle vertrauen, bleiben alle im Gleichgewicht. "Wir wollen damit auch zeigen, dass uns der Glaube trägt. Und auch, dass Jesus Christus alle einlädt", sagt er weiter. Niemand müsse die Einladung annehmen, "aber eingeladen ist er." Auch dazu haben die Pädagogen ein Erlebnis vorbereitet. "Es findet an einer Tafel statt."

Dass schon zum zweiten Mal in Folge der Hochseilgarten in Zerbst ist, hat zwei Gründe. "Zum einen braucht man eine Kirche ohne Bänke und einen Pfarrer, der das Projekt gutfindet", erzählt Kretschmann. "Thomas Meyer war gleich dafür und so haben wir entschieden, in den kommenden fünf Jahren hier wieder herzukommen", sagt Kretschmann. Der Erfolg aus dem vergangenen Jahr hat die Organisatoren ermutigt weiterzumachen. Eigens dafür haben sie das Hochseilgerüst auch gekauft. "Mieten wie im vergangenen Jahr wäre zu teuer gewesen", fügt er an. Mitklettern können nach Voranmeldung Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen, Vereine und andere Gruppen. Wer mitmachen will, sollte mindestens zehn Jahre alt sein. Zahlreiche Gruppen haben sich bereits angemeldet.

"Aber noch haben wir Plätze frei. Wer interessiert ist, kann sich gern einfach anmelden", sagt Uwe Kretschmann.