Zerbst l Der Großneffe von Heinrich Gelzenleuchter fühlt sich mit Zerbst so sehr verbunden, dass er den Baum spendete, obwohl er gebürtiger Hesse ist. Die Familie und deren Geschichte verbindet. „Das erste Mal war ich 1968 in Zerbst. Da war ich sechs Jahre alt“, erzählt Jürgen Gelzenleuchter. Einige Zerbster werden bei dem Namen hellhörig werden. Und ganz Recht. Jürgen Gelzenleuchter ist ein Verwandter von Heinrich Gelzenleuchter, jenem Mann, der einst zusammen mit Hermann Wille die friedliche Einnahme von Zerbst durch die Amerikaner verhandelt hatte und sich dafür selbst als Geisel anbot.

Ein Andenken an diesen Mann gibt es bereits am Markt. Dass die Familie, obwohl sie nicht in Zerbst wohnt, trotzdem immer noch mit Zerbst verbunden ist, brachte Jürgen Gelzenleuchter jetzt mit einer Baumspende zum Ausdruck.

Am Katharinaweg im Zerbster Schlossgarten wächst ab jetzt eine Linde als eine Spende der Familie Gelzenleuchter an die Stadt Zerbst.

Jährliche Besuche

Jürgen Gelzenleuchter ist der Großneffe von Heinrich Gelzenleuchter und ist seit 1968 jedes Jahr mindestens einmal in Zerbst gewesen. Der gebürtige Hesse erinnert sich an wunderbare Kindheitstage. „Einmal auf dem Heimatfest, da hatte die Oma kein DDR-Geld mehr, da gab sie an der Kasse fünf Deutsche Mark. Ich bin gar nicht mehr runter vom Karussel, erst als meine Oma los wollte, und selbst da hätte ich noch weiter fahren können“, erinnert er sich und lacht. Später reiste er selbst in die DDR ein, schickte Pakete und telefonierte an Weihnachten mit seinem Onkel.

Dass in seiner Familie diese große Geschichte stattfand, das erfuhr er bereits mit zwölf Jahren. „Und ich fand das spannend. Aber mir wurde nur erzählt, wenn ich danach fragte“, weiß er noch.

In seiner hessischen Heimatstadt Langen kennen alle Freunde die Geschichte und konnten mit der Begeisterung für die geschichtsreiche Stadt Zerbst angesteckt werden. „Bestimmt 50 Freunde und Bekannte waren deshalb schon in Zerbst“, sagt Gelsenleuchter, der die Werbetrommel für die Stadt Zerbst rührte.

In Metall gehauen

Nun steht der Familienname noch am Katharinaweg in Metall gehauen. Frau Anni-Theresa und Tochter Laura, die auch jedes Jahr mit nach Zerbst kommen, freuen sich. „Und das hat super geklappt. Die Idee kam beim letzte Besuch hier, als wir durch den Schlossgarten spazierten und dann war alles ganz unkompliziert“, schwärmen sie.

„Jeder, der den Wunsch hat, kann Geld für einen Baum spenden. Sachspenden sind nur in Ausnahmefällen möglich. Wenn möglich, wird der Wunsch des Spenders berücksichtigt, das muss immer im Einzelfall besprochen werden“, erklärt Stadtsprecherin Antje Rohm das Prozedere. Speziell im Schlossgarten sind zusätzlich die Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen.

Wer Interesse an einer Baumspende hat und vielleicht auch seinen Namen verewigt wissen will, der kann sich im Ordnungsamt der Stadt, Sachbereich Grünflächen, melden. Dort werden die Einzelheiten besprochen.

Zwei Bäume spenderlos

Speziell am Katharinaweg wurden 18 Bäume gepflanzt. Mit den Gelzenleuchtern haben jetzt 16 von ihnen einen Paten gefunden. Zwei Bäume könnten noch einen Spender gebrauchen. „Wenn der Spender es möchte, kann auf einem Stein ein Schild mit einem vom Spender festgelegten Text angebracht werden. Der Stein wird vor dem Baum im Boden eingelassen. Die Kosten für das Schild trägt der Spender“, erklärt Antje Rohm.

Ein Baum kostet 100 Euro, dazu würden noch die Kosten des Schildes kommen, wenn dieses gewünscht ist.