Zerbst l Traditionell stellen die Kaninchenzüchter ihre kuschligen Langohren stets am ersten Adventswochenende aus. In diesem Jahr allerdings muss vom gewohnten Termin abgewichen werden. „Der Grund dafür ist die Überschneidung mit der 30. Landesverbandsschau in Magdeburg“, erläutert der Vereinsvorsitzende Hans-Joachim Heinemann in einer Pressemitteilung gegenüber der Volksstimme. So laden die Zerbster Zuchtfreunde bereits jetzt am 23. November zur inzwischen 11. Offenen Rammler- und Lokalschau in ihr Vereinsobjekt ein.

„Zu unserer Schau haben sich 19 Züchter unter anderem aus Coswig, Roßlau, Wittenberg, Oranienbaum, Hobeck und Möckern angemeldet“, informiert Heinemann. Zu sehen sind 121 Tiere in 22 unterschiedlichen Rassen und Farbenschlägen. Die Palette reicht von der Deutschen Riesenschecke über Großchinchillas bis hin zu Englischen Widderkaninchen, deren Ohren bis zu 60 Zentimeter lang werden können. Auch von den kurzhaarigen Rexkaninchen berichtet der Vereinsvorsitzende. Diese werden gleich in mehreren Rassen präsentiert – während die einen blauschimmerndes Fell besitzen, ähneln andere vom Fellmuster her einem Dalmatiner. „Des Weiteren stellt ein Züchter aus Roßlau die Neuzüchtung Zwergwidder-Satin, thüringerfarbig aus“, macht Heinemann neugierig.

Wer wird der beste Rammler?

Er selbst ist gespannt, wer sich diesmal den Titel „Bester Rammler“ und „Beste Häsin“ holt. Auch der begehrte Landesverbands-Ehrenpreis für die schönste Rammlerzuchtgruppe wird wieder vergeben. Hier gehen gleich vier Tiere in die Wertung ein, weist nur eines einen Makel auf, war es das mit dem anvisierten Preis.

Ob alle geforderten Rasse-kriterien erfüllt sind, das kontrollieren Helmut Halupka aus Genthin und Wolfgang Süß aus dem brandenburgischen Rathenow. Die Beiden agieren wie in den Vorjahren als Preisrichter bei der Ausstellung, die Hans-Joachim Heinemann am Sonnabend um 9 Uhr in Doppelfunktion eröffnen wird – als Vereinsvorsitzender und Vorsitzender des Kreisverbandes Anhalt-Mittlere Elbe. Schirmherr ist der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann. Die Leitung der Leistungsschau liegt in den bewährten Händen des Zerbster Zuchtfreundes Walter Schneider, der bei Vorbereitung und Durchführung tatkräftige Unterstützung von allen Vereinsmitgliedern erhält, wie Heinemann schildert.

Mitstreiter werden gesucht

Er hofft auf möglichst viele Besucher, deren Fragen die anwesenden Züchter gern beantworten. Vielleicht animiert die Ausstellung den einen oder anderen, ebenfalls in die Kaninchenzucht einzusteigen. Denn: „Mitstreiter sind dringend gesucht“, wirbt Hans-Joachim Heinemann für das tierische Hobby, das durchaus Zeit kostet und gewisse Genetikkenntnisse voraussetzt. Und nicht immer ist eine Zucht von Erfolg gekrönt, wie der Vereinsvorsitzende weiß. Er berichtet von Rückschlägen durch Fehlwürfe und in der Anzahl zu kleine Würfe, mit denen manch Züchter in diesem Jahr zu kämpfen hatte. Dies spiegele sich auch in den Ausstellungen wider.

Dass die Zerbster eine offene Schau veranstalten, offenbart zudem ein weiteres Problem: „Kein Kaninchenverein ist in der Lage, eine größere Schau aus eigenen Beständen zu stemmen. Dazu werden die Zuchtvereine aus der Umgebung benötigt“, gesteht Hans-Joachim Heinemann. Umso mehr freut er sich, dass sechs weitere Vereine ihre Teilnahme zugesagt haben.

Unter www.rkzv-g377.de präsentieren sich die Zerbster Kaninchenzüchter im Internet. Dort können nach der Ausstellung in der Rubrik „Lokalschau 2019“ die Ehrungen samt Bewertung eingesehen werden.