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  7. Tod nach Hirntumor: Fußball-Verein startet Spendenaktion für Familie

Lok Jerichow Nach Tod eines jungen Familienvaters: Ein ganzer Verein rückt zusammen

Ein 32 Jahre alter Familienvater ist an einem Hirntumor gestorben. Der Sportverein "Lok Jerichow", in dem einer seiner Söhne Fußball spielt, zeigt großen Zusammenhalt und überreicht der Witwe einen symbolischen Scheck in Höhe von 1.200 Euro.

Von Tobias Zschäpe Aktualisiert: 27.11.2024, 15:01
Die Kinder der F-Jugend des Vereins "Lok Jerichow", Vorstandsmitglied Steven Biermann (hinten links) und Trainer Jerome Birnbaum (hinten rechts) übergaben Witwe Stephanie Hoppe
Die Kinder der F-Jugend des Vereins "Lok Jerichow", Vorstandsmitglied Steven Biermann (hinten links) und Trainer Jerome Birnbaum (hinten rechts) übergaben Witwe Stephanie Hoppe den symbolischen Scheck. Foto: Verein

Jerichow. - Der 400-Mitglieder-starke Club "Lok Jerichow" beweist, dass Zusammenhalt mehr als nur sportlicher Wettkampf ist. Eine bewegende Aktion, die zeigt, dass die Fußball-Gemeinschaft im Norden des Jerichower Landes füreinander da ist.

Benjamin Hoppe war immer da, wenn es beim SV Lokomotive Jerichow etwas zu tun gab. "Egal ob Arbeitseinsatz oder Veranstaltung, er hat immer seine Hilfe angeboten", erinnert sich Jerome Birnbaum, der bei den Eisenbahnern aktuell die F-Jugend-Fußballer trainiert. Künftig ist das nicht mehr möglich, Benjamin Hoppe ist im Alter von erst 32 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Er hinterlässt seine Frau Stephanie und zwei junge Kinder. 

Junger Familienvater stirbt an Hirntumor: Verein "Lok Jerichow" überreicht Scheck an Witwe

Als sein erster Sohn gerade geboren war, wurde der Hirntumor erstmals entdeckt. "Damals konnte man ihn noch operieren", weiß Birnbaum. Anschließend schien der Schreck überstanden. Doch im vergangenen Jahr wurde festgestellt, dass der Tumor wieder wuchs - und diesmal inoperabel war.

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Der ältere der zwei Hoppe-Söhne spielt in der Mannschaft von Birnbaum, für den angesichts des Schicksalsschlages und der schweren Zeit, die Familie Hoppe bevorsteht, schnell klar war: "Wir müssen was machen." So organisierte der SV Lok Anfang November ein Benefiz-Fußballwochenende für "einen großartigen Fan, Vater, Unterstützer und Freund", wie der Verein in der Ankündigung seinerzeit festhielt.

Nach Tod von jungem Vater: Zusammenhalt im ganzen Verein

Mehrere Spiele waren an den beiden Tagen angesetzt, die Einnahmen kamen Familie Hoppe zugute. "Wir haben zudem eine Spendenbox aufgestellt und auch per Paypal waren Spenden möglich", so Birnbaum, der zudem von einer großen Anteilnahme auch über den Verein hinaus in ganz Jerichow berichtet.

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Es war unter den Umständen "schön zu sehen, dass sich der Zusammenhalt im Verein nicht nur auf das Sportliche beschränkt", so Birnbaum.

"Lok Jerichow" trauert um Tod von Familienvater

Am Ende kamen auf den verschiedenen Wegen insgesamt 1.200 Euro an Spenden zusammen, die nun mit einem symbolischen Scheck an Stephanie Hoppe übergeben wurden. Neben Birnbaum und den F-Jugend-Kickern war auch Steven Biermann, Vorstandsmitglied des SV Lok Jerichow, dabei.

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"Das ist Geld, was sicherlich auch unserer Vereinskasse gut getan hätte, aber uns war es wichtig, es für diesen nicht schönen, aber bedeutsamen Zweck zu übergeben", betont Birnbaum. "Stephanie war sehr gerührt und hat uns sehr für die Aktion gedankt."

Damit ist auch klar: In Jerichow wird man dem viel zu früh verstorbenen Benjamin Hoppe ein ehrenvolles Andenken bewahren.