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FußballLokalderby zwischen Klötze und Kusey im Fokus

Aus westaltmärkischer Sicht ist es noch nicht vollends sicher, wie viele Mannschaften in der Fußball-Landesklasse 1 im Einsatz sein werden.

Von Marc Wiedemann 18.03.2023, 07:58
Jan Hetfleisch (links) und der VfB 07 Klötze empfangen morgen den TSV 1919 Kusey zum Derby.
Jan Hetfleisch (links) und der VfB 07 Klötze empfangen morgen den TSV 1919 Kusey zum Derby. Foto: Thomas Koepke

Salzwedel - Sicher ist hingegen, dass der VfB 07 Klötze im Derby den TSV 1919 Kusey zum Tanz bittet und dass der SV Liesten 22 beim MTV 1880 Beetzendorf zu Gast ist. Der Anstoß ist jeweils morgen um 14 Uhr.

VfB 07 Klötze - TSV 1919 Kusey (SR.: Julien-René Franke). Es ist hinlänglich bekannt, dass sich die Klötzer und die Kuseyer – sportlich gesehen – nur bedingt mögen. Im Vergleich zum Hinspiel, als sich der TSV vor heimischer Kulisse mit 3:1 durchsetzte, hat sich an der sportlichen Situation nicht viel verändert. Für beide Mannschaften geht es am Ende des Tages nicht nur um das Prestige, sondern vor allem darum, nach 90 Minuten nicht mit leeren Händen dazustehen.

„Wir wollen den Trend der letzten Wochen fortsetzen und weiter punkten. Wir wollen einen weiteren Kontrahenten im Abstiegskampf auf Distanz halten und wenn das am Ende mit einem Derbysieg verbunden ist, dann freut es mich umso mehr“, erklärt der Klötzer Trainer Henry Mühl.

Kuseys Coach Mirko Hanner schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Mannschaft weiß, worum es in diesem Spiel gegen Klötze geht. Wir wollen unsere Serie beibehalten und fahren nach Klötze, um die drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Wie der Matchplan dabei genau aussieht, werde ich noch nicht verraten. Natürlich wollen wir wieder versuchen, unsere beiden Spitzen bestmöglich in Szene zu setzen. Wir haben es bereits im Hinspiel gut gemacht und den frühen Rückstand gut weggesteckt. In der zweiten Hälfte haben wir dann zwei Konter vollendet und den Vorsprung dann gut verteidigt.“

Beide Mannschaften werden sich also mit offenem Visier begegnen, wobei der größere Druck sicher auf Seiten der Gäste liegen wird. Kusey konnte zwar vor zwei Wochen mal wieder ein Erfolgserlebnis feiern und in Stendal drei Punkte holen, doch die tabellarische Situation blieb dadurch prekär. Als Vorletzter haben die Blau-Weißen aktuell vier Zähler Rückstand zum rettenden Ufer. Die Lage ist somit zwar nicht aussichtslos, doch Entschuldigungen oder Ausreden helfen in den verbleibenden Spielen nicht weiter.

Etwas entspannter sieht die Situation ein paar Kilometer entfernt an der Purnitz aus. Der VfB hat im neuen Jahr bislang konstant gepunktet. Klammert man das Spiel beim Post SV Stendal aus, wird schon deutlich, dass die 07er aufgrund der dazu gewonnenen Erfahrung immer stabiler werden. Diese Tatsache wurde natürlich auch in Kusey wahrgenommen:

„Klötze hat in den letzten Wochen gut gepunktet. Der VfB hat eine Mannschaft, die an guten Tagen und sofern alle Spieler an Bord sind, auch jeden Gegner schlagen kann. Letztlich ist es aber ein Derby. Da ist es egal, ob man mit voller Kapelle oder einer Not-Elf ins Spiel geht. Es kommt auf die Tagesform an und darauf, wie man ins Spiel reinkommt.“

Beide Mannschaften kennen sich aus den vergangenen Jahren gut und wissen ganz genau, was sie am Sonnabend erwartet wird. Klötze hat vor allem mit dem Ball seine Qualitäten und Kusey ist vor allem gegen den Ball sowie im Umschaltspiel gut.

„Es gibt kaum eine Mannschaft wie Kusey, die offensiv so stark abhängig von zwei Spielern ist. René Armgart und Julien Schulz sind natürlich zwei Spieler, die ein Spiel alleine entscheiden können. Natürlich wollen wir auf uns gucken und unser Spiel durchdrücken. Allerdings müssen wir bei den Kontern von Kusey sehr achtsam sein. Andernfalls wird es schwierig“, weiß Mühl.

Personell werden beide Mannschaften nicht voller Kapelle auflaufen. Ganz genau wollten sich beide Trainer da auch noch nicht in die Karten schauen lassen. „Bei uns geht aktuell so ein bisschen die Erkältungswelle um, was sich auch schon am letzten Wochenende zeigte. Schlimmer als gegen Rossau geht es personell nicht. Wir müssen aber das Training abwarten. Paul Voigt fällt auf jeden Fall aus. Dafür wird Felix Reek aus der A-Jugend das Tor hüten und da mache ich mir auch keine Sorgen“, erklärt Mühl.

Auf der anderen Seite erklärt Hanner dazu: „Wie es personell genau aussieht, wird sich wohl erst am Spieltag entscheiden. Wir haben noch ein paar Fragezeichen und da müssen wir einfach abwarten. Gut ist, dass Jonas Piep und Julien Schulz wieder dabei sein werden.“

MTV 1880 Beetzendorf - SV Liesten 22 (SR.: Thorsten Ebeling). Das Hinspiel war so etwas wie der Startschuss einer bärenstarken Hinrunde des MTV Beetzendorf. In der Folge holte der MTV viele Punkte und machte bereits früh klar, dass man in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben möchte. Entsprechend positiv gelaunt konnten die Beetzendorfer auch in die verdiente Winterpause gehen. Der Plan war die Wintervorbereitung und die zweite Saisonhälfte war es nun natürlich, die Hinrunde zu bestätigen, doch so ganz gelingt das bisher noch nicht.

Während der MTV mit dem Punkt in Klötze sicher nicht ganz unzufrieden war, tat speziell die deutliche Klatsche in Osterburg weh. Laut Banse ging es damals weniger um die Niederlage, sondern vor allem um die Art und Weise. Nun soll gegen den SV Liesten mal wieder ein Dreier her. Doch leicht wird das nach Ansicht von MTV-Trainer Michael Banse nicht:

„Ich erwarte einen schweren Gegner. Liesten reist nach dem verlorenen Hinspiel sicher mit etwas Wut im Bauch an. Für mich ist Liesten aktuell eine kleine Wundertüte. Gerade durch die beiden Niederlagen gegen Stendal II und Arneburg werden sie schon sehr angefressen sein.“

In der Tat hat sich der SV Liesten 22 den Start in das Jahr 2023 anders vorgestellt. Die 22er haben die beiden Auswärtsspiele in Stendal und in Arneburg verloren und lagen dabei jeweils schon zur Pause deutlich hinten. Genau an dieser Stelle sieht Liestens Trainer Michael Piotrowski auch den Knackpunkt:

„Unser Hauptproblem ist aktuell die erste Halbzeit. Wir bekommen unsere Trainingsleistung derzeit einfach nicht auf den Platz. Wenn am Sonnabend die erste Halbzeit passt und das Spiel offenbleibt, bin ich auch sicher, dass wir in Beetzendorf die drei Punkte holen können. Es ist aktuell eine Kopfsache. Wir müssen anders ins Spiel gehen und werden deshalb auch in der Spielvorbereitung etwas ändern.“

Letztlich kennen sich beide Mannschaften gut. Sowohl Beetzendorf, als auch Liesten kennen die Stärken und die Schwächen beim Gegner. Folglich wird es auch keine großen Überraschungen geben. Der SVL wird wieder etwas mehr Ballbesitz haben und die Beetzendorfer werden versuchen, das Umschaltspiel zu forcieren.

„Beetzendorf ist in dieser Saison stabil. Sie holen überall ihre Punkte und haben uns ja auch im Hinspiel verdient geschlagen. Dass sie einen unbequemen Fußball spielen, ist ja schon länger bekannt“, erklärt Piotrowski.

Auf der anderen Seite vermutet Banse, dass sich die Gäste für das Hinspiel revanchieren wollen: „Ich denke, dass Liesten alles versuchen wird, um den Bock umzustoßen und wir wollen halt im Rahmen unserer Möglichkeiten dagegenhalten. Wir werden dabei auch nicht viel anders machen, als im Hinspiel. Wir wollen über eine kompakte Defensive kommen und versuchen dann, schnell umzuschalten. Vorne ist Liesten immer für ein Tor gut. Hinten sind sie allerdings anfällig und genau dort wollen wir unsere Chancen nutzen.“

Personell müssen speziell die Gastgeber zwangsläufig etwas umstellen. So wird laut Banse unter anderem die etatmäßige Nummer eins im Tor nicht dabei sein können: „Hannes Glaue und Markus Wittenberg werden ausfallen. Dafür wird aller Voraussicht nach Tino Fricke ins Tor gehen. Dazu stehen hinter Tim Langenbeck, Sebastian Eder und Robert Diekmann noch Fragezeichen. Es sieht also weiterhin nicht so gut. In der Hinrunde war noch alles gut, doch jetzt kommt so ein kleiner Schlendrian rein.“

Beim SV Liesten werden neben zwei Langzeitverletzten auch noch zwei weitere Spieler nicht an Bord sein können. Piotrowski dazu: „Neben Paul Langer und Niels Bierstedt, werden auch Matti Paul Gedtke sowie Marcin Maciej Galkowski, der noch nicht wieder richtig auf dem Damm ist, definitiv ausfallen.“