Fussball MSC Preussen: Lernen durchs Testen
Der MSC Preussen startet mit einem Gastspiel in die Vorbereitung auf die neue Landesliga-Saison. In dieser wollen die Sudenburger den Spaß zurückholen.

Magdeburg - Wenn sich die Fußballer des MSC Preussen morgen auf den Weg zum ersten Testspiel machen, wird die Tasche mit den Kluften nahezu aus allen Nähten platzen. „Wir packen jedes Trikot ein, das wir finden“, kündigt Trainer Alexander Daul vor dem Gastspiel beim Verbandsliga-Aufsteiger SV 09 Staßfurt (15 Uhr) an. Denn mit dem Start der Vorbereitung beginnt für den 46-Jährigen das große Testen. Mit fünf Neuzugängen, einigen Probespielern und dem Stamm der Vorsaison zählt der Kader aktuell 28 Aktive. „In den nächsten Wochen wird sich einiges herauskristallisieren“, ist sich Daul sicher.
Dass mit dem amtierenden Meister der Landesliga Nord morgen gleich ein harter Brocken auf die Preussen wartet, war ursprünglich nicht geplant. „Staßfurt hatte relativ kurzfristig angefragt. Wir wollten das mitnehmen“, erklärt Daul und ergänzt: „Für uns ist das ein Kaltstart.“ Gestern Abend bat er seine Mannschaft zur ersten Einheit der Vorbereitung. In dieser standen aber noch nicht die fußballerischen Inhalte, sondern das Kennenlernen im Vordergrund.
Zwei Neue vom Burger BC
Immerhin gibt es im Heinrich-Germer-Stadion einige neue Gesichter. Die von Außenverteidiger Florian Böning und Kreativspieler Daniel Trinh gehören nicht dazu. Die beiden Rückkehrer vom SC Vorfläming Nedlitz haben bei den Preussen immerhin schon unter Daul gespielt. „Mit ihrer Erfahrung werden sie uns auf jeden Fall weiterhelfen“, ist der Trainer überzeugt. Neu mit dem Preussen-Adler auf der Brust werden dagegen Simon Moratschke und Justin Volkmer auflaufen. Die 20-Jährigen wechselten vom Landesklasse-Vertreter Burger BC zum MSC. „Obwohl beide noch jung sind, sind sie von der Entwicklung schon weit“, unterstreicht Daul. „Ich traue ihnen ohne größere Anpassungsschwierigkeiten den Schritt in die Landesliga zu.“

Der Königstransfer des bisherigen Sommers ist der fünfte Neuzugang im Bunde: Victor-Ramon Roldán-Arias. Fast 300 Verbandsliga-Einsätze stehen in der Vita des 33-Jährigen, der für den SV Westerhausen in der abgelaufenen Serie zwölf Scorerpunkte in Sachsen-Anhalts höchster Spielklasse verbucht hat. „Victor hat die Qualität, um in jeder Mannschaft ein Unterschiedsspieler zu sein“, lobt Daul den Angreifer, der in seiner besten Verbandsliga-Spielzeit für Edelweiß Arnstedt stolze 25 Treffer erzielt hatte (2017/18). „Wir erhoffen uns, dass er mit seiner Erfahrung vorangeht“, erklärt Daul.
Mit Erfolgserlebnissen die Vorsaison vergessen machen
Gerne hätten die Preussen noch ein paar mehr Routiniers aus diesem Regal verpflichtet, „um die vielen jüngeren Spieler ein wenig an die Hand zu nehmen“. Dennoch zeigt sich Daul mit dem aktuellen Stand der Kaderplanung zufrieden: „Wir haben eine Mannschaft, die uns viele Optionen bietet und genug Potenzial hat, um eine gute Rolle in der Landesliga einzunehmen.“
Vom direkten Wiederaufstieg möchte nach einer Verbandsliga-Spielzeit mit nur vier Punkten aus 36 Partien und der Torbilanz von 15:143 niemand träumen. „Wir sind nach dieser Grottensaison gut beraten, die Kirche im Dorf zu lassen“, betont Daul, der das Kommando im Mai von Christoph Albrecht übernommen hatte. „Die Landesliga Nord wird für uns Herausforderung genug. Wir wollen uns etablieren und mit Siegen wieder Spaß am Fußball haben. Mit jedem Erfolgserlebnis wollen wir die vergangene Saison etwas mehr hinter uns lassen.“

Diese Aufgabe treten die Preussen ohne Patrick Richter an, der ursprünglich gleichberechtigt mit Daul übernommen hatte, jedoch nach wenigen Wochen wieder seinen Abschied angekündigt hatte. Inzwischen ist der 38-Jährige als Co-Trainer zurück beim SV Fortuna. „Der Funke ist bei ihm nicht übergesprungen“, berichtet Daul, der sich um das Trainerteam dennoch keine Sorgen macht: „Mit Dennis Kagelmann habe ich einen guten Mann an meiner Seite, der den Verein lebt. Das wird funktionieren.“ Der 32-Jährige war schon in den vergangenen Jahren als (spielender) Co-Trainer aktiv.
An der Seitenlinie wird es also keine große Eingewöhnungszeit brauchen – auf dem Platz dagegen voraussichtlich schon. „Wir brauchen viele Testspiele, um Fortschritte zu machen, als Team zu wachsen und zu lernen“, betont Daul. Sieben Partien stehen im Sommerfahrplan der Preussen. Und gerade zum Beginn der Vorbereitung wird die Tasche mit den Kluften regelmäßig voll werden.