Vereinssport

Lebensqualität mit Sport stärken

Am 30. Mai hat der Welt-MS-Tag zum 13. Mal Menschen mit Multipler Sklerose weltweit miteinander verbunden.

Von Annette Lippstreu und Jeannette Heinrichs
Daniela Duckek-Glanz ? ob als Rehasport-Übungsleiterin oder Physiotherapeutin, der Einsatz für die Gesundheit ihrer Mitmenschen ist ihre Passion.
Daniela Duckek-Glanz ? ob als Rehasport-Übungsleiterin oder Physiotherapeutin, der Einsatz für die Gesundheit ihrer Mitmenschen ist ihre Passion. Foto: Jens Müller

Stendal - Unter dem Motto: „Stay connectetd. Wir bleiben in Verbindung“ lädt auch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) dazu ein, Erfahrungen und Informationen auszutauschen sowie Kontakte zu knüpfen.

Weltweit sind ca. 2,5 Millionen Menschen von MS, der häufigsten neurologischen Erkrankung, betroffen. Für Deutschland beziffert die DMSG die Zahl der Erkrankten mit 220.000 bis 250.000.

34 Mitgliedsvereine Reha-Sport an

Im Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Sachsen-Anhalt e. V. (BSSA) bieten 34 der 182 Mitgliedsvereine Rehabilitationssportangebote für Menschen mit neurologischen Erkrankungen an.

Gerade die Arbeit mit neurologisch erkrankten Menschen ist eine sehr dankbare Aufgabe, bei der selbst kleine Erfolge eine Verbesserung der Lebensqualität bedeuten.

Daniela Duckek-GlanzBewegung und angemessene sportliche Betätigung sind gerade für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie MS sehr empfehlenswert und leisten begleitend zur medizinischen Betreuung einen wichtigen Beitrag, um mobil zu bleiben. Insbesondere Übungen zur Stärkung der Muskulatur und zum Training von Koordination und Beweglichkeit tragen zur Erhaltung der Alltagsfähigkeiten bei und helfen, aufkommende Defizite ausgleichen zu können.

Einen starken Fokus auf Rehasport für Menschen mit neurologischen Erkrankungen hat z. B. der BRSV „Sine CURA“ im Harzkreis. Dazu kooperiert der Verein mit der Physiotherapeutin und zertifizierten Übungsleiterin Daniela Duckek-Glanz. „Gerade die Arbeit mit neurologisch erkrankten Menschen ist eine sehr dankbare Aufgabe, bei der selbst kleine Erfolge eine Verbesserung der Lebensqualität bedeuten. Deshalb habe ich den Schritt gewagt, eigene, barrierefreie Praxisräume mit einem großen Gruppenraum zu bauen, um mehr Rehasport-Angebote für neurologisch Erkrankte unterbreiten zu können.

In unseren Rehasportgruppen werden für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer persönliche Meilensteine und erreichbare Ziele gesetzt, die sie unter der Anleitung speziell in der Neurologie ausgebildeten Übungsleiterinnen und Übungsleiter erarbeiten. Gruppenübungen und der Austausch mit anderen Betroffenen sowie die Kontrolle der exakten Ausführungen der Übungen durch die Übungsleiterinnen und Übungsleiter sind besonders wichtig. Doch wir müssen seit langer Zeit pausieren, die Krankheit tut das nicht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind auf sich allein gestellt, um Erlerntes umzusetzen. Das ist vielen von ihnen durch deutliche körperliche Einschränkungen ohne Hilfestellung kaum möglich. Durch den BSSA werden wir sofort über alle Neuigkeiten informiert und warten nun sehnsüchtig auf die Nachricht, dass es bald wieder ohne Einschränkungen losgeht“, sagt Daniela Duckek-Glanz.

Die Verordnung von Rehasport belastet nicht das Budget der verordnenden Ärzte

Doreen Seiffert„Alle Menschen mit krankheitsbedingter Einschränkung beziehungsweise drohender Behinderung haben in Deutschland gemäß SGB IX, § 64 einen Rechtsanspruch auf Rehabilitationssport. Die Verordnung von Rehasport belastet nicht das Budget der verordnenden Ärzte“, erläutert die Referentin Rehasport im BSSA, Doreen Seiffert.