Berlin (dpa) - Ein mystischer Auftakt: Trommelschläge, A-capella-Gesang in hoher Tonlage, der nach einem Ritus klingende Einstieg unterbrochen von elektronisch-experimentellen Sounds.

Der erste Track auf "Magdalene", dem neuen Album der britischen Musikerin FKA twigs, gibt einen Vorgeschmack auf die Fülle, die das Album zu bieten hat. Kein einziges Stück gibt sich mit nur einem einzigen Genre zufrieden.

FKA twigs, mit bürgerlichem Namen Tahliah Barnett, präsentiert sich schon äußerlich oft wie ein Fabelwesen. Sie bedient sich in ihren Videos verschiedenster Stil-Elemente und verbindet sie zu etwas Beispiellosem. Genau das tut sie auch in ihrer Musik. Videospiel-Töne und Schamanentrommel, New Age und Dancehall-Elemente, klassisches Piano - vieles greift harmonisch ineinander, anderes irritiert. Die Arrangements sind unvorhersehbar - manchmal sphärisch, aber an keiner Stelle abgehoben.

Der Song "Mary Magdalene" ist eine Ode an die legendenumwobene Bibelfigur - und Frauen an sich. Heilige und Hure, pur, sinnlich und zugleich kraftvoll, das seien Eigenschaften, mit denen sie sich stark identifiziere, sagte Barnett dem Magazin "Musikexpress". Daher hat sie auch ihr zweites Album nach Maria Magdalena benannt.

Viele Texte bestechen durch ihre Ehrlichkeit und geben tiefe Einblicke in die Schaffensphase. In diese fielen etwa Barnetts Trennung von Schauspieler Robert Pattinson und eine längere Krankheit. Von beidem habe sie sich erholt, sagte sie dem Magazin.

Von 2016 bis 2019 hat FKA twigs an "Magdalene" gearbeitet, unter anderem mit dem Produzenten und Techno-Musiker Nicolas Jaar. Herausgekommen ist ein weiterer Beweis dafür, wie vielfältig die Stimme der Künstlerin ist. Schon das 2014 erschienene erste Album "LP1" ließ daran keinen Zweifel. Mit "Magdalene" hat sie ihren Stil, der in keine Schublade passt, erneut perfektioniert.

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