Berlin (dpa) - Als subkulturelle Anarcho-Freak-Band (Gitarrist Thomas Spitzer) hat es die Erste Allgemeine Verunsicherung von alternativen Theaterfestivals bis in die Charts gebracht.

Die Provokation und der bitterböse schwarze Humor gehören zu den Österreichern ebenso wie der Spaß am Nonsens und am puren Ulk. Musik-Comics beschreibt vielleicht am besten das multimediale Erscheinungsbild der Band, die mit ihrer Mixtur aus bissigen Texten, eingängigen Melodien und fantasievollen Kostümierungen in den 80er Jahren einen Hit nach dem anderen verbuchte.

Die Anfänge der EAV führen in das Jahr 1977, als sich Thomas Spitzer und Nino Holm an der Wiener Kunstakademie kennenlernten und die Band Antipasta gründeten. Im Frühjahr 1978 wurde daraus die Erste Allgemeine Verunsicherung, die fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit im gleich Jahr ihr Debüt veröffentlichte.

Die Aufnahmezeit war kurz und das Geld knapp: 1 800 Exemplare wurden damals gepresst, erhältlich war der Erstling seit seiner Veröffentlichung nicht mehr und wurde entsprechend hoch bei den EAV-Fans gehandelt. Hier gibt es jetzt mit der erstmaligen Neuauflage Entspannung, zumal Mitte Januar auch Vinyl-Fans noch auf ihre Kosten kommen werden.

Und worüber singt die Truppe bei ihrer schrillen Burlesque-Show? Da geht es um den Schönheitswahn und Sex, Konsumkritik und Scheinwelten, Phallokraten und Disco-Gecken - da mag so manches den 70er Jahren geschuldet sein, aber die Texte sind noch immer spaßig und irgendwelche Hemmungen kennen die Verunsicherer eh nicht: Ich bin ein Mann! Ein ganzer Mann! Voller Saft und voller Kraft, bei dem die Wurzel nie erschlafft!, heißt über den Supermann Billy Beinhart.

Erste Allgemeine Verunsicherung