Berlin (dpa) - Die Kernkompetenz von The Cinematic Orchestra (der Name ist kein Zufall) waren und sind diese berühmten "Soundtracks für bisher nicht gedrehte Filme". Das ist auch auf dem neuen Album des britischen Projekts von Jason Swinscoe und Dominic Smith - ihrem ersten seit sieben Jahren - nicht anders.

Man bekommt also, was man erwartet, wenn man "To Believe" (Ninja Tune) auflegt: schwer melancholische, streichertrunkene Balladen, Soundtrack-artige Instrumentals, Elemente von Soul, Softpop, Jazz und Elektronik, schöne Gesänge von Gast-Vokalisten.

Im aktuellen Fall sind das etwa der mit einer ätherischen Über-Stimme gesegnete Moses Sumney im Opener und Titelstück, ferner Roots Manuva, Heidi Vogel, Grey Reverend und die wunderbare Tawiah aus Mark Ronsons Band. Das Album wurde vom mehrfachen Grammy-Gewinner Tom Elmhirst (Adele, David Bowie, Frank Ocean) in den legendären Electric Lady Studios von Jimi Hendrix gemischt. Die autobahnbreiten Strings-Passagen steuerte das renommierte Metropole Orchestra unter der Leitung von Jules Buckley bei.

Eine Produktion der Superlative also. "To Believe" ist seinen Machern zufolge eine Meditation über Glauben und Zutrauen in Zeiten, die dies massiv in Frage stellen. Man muss sich auf den thematischen Überbau aber auch nicht allzu sehr einlassen bei einer Platte, die eher für akustische Streicheleinheiten steht als für tiefschürfende Statements.

The Cinematic Orchestra setzen also auch 20 Jahre nach dem Debüt "Motion", 16 Jahre nach der bahnbrechenden Live-Filmmusik "Man With A Movie Camera" und zwölf Jahre nach dem letzten Erfolgsalbum "Ma Fleur" auf Breitwandklänge zum Träumen, Schwelgen und Sich-drin-verlieren. Schön für TCO-Fans, dass auf dieses Projekt dermaßen Verlass ist - auch wenn es damit natürlich längst nicht mehr an der Spitze der NuJazz/Electronica-Bewegung steht.

Konzerte: 23.5. Berlin, 24.5. Köln, 26.5. Lausanne

The Cinematic Orchestra