Mit dem Fall Hoeneß kocht der ungelöste deutsch-schweizerische Steuerstreit unweigerlich wieder hoch. Im vergangenen Jahr stand dieser Konflikt kurz vor einer Lösung - dann scheiterte das Steuerabkommen an der rot-grünen Opposition im deutschen Bundesrat. Die setzt weiter auf den Datenklau, um Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Das hat in den vergangenen Jahren immerhin schon Millionen fürs Staatssäckel gebracht. Die Methode ist mehr als fragwürdig. Erstens unterliegt sie dem Zufallsprinzip und basiert zweitens auf schnödem Diebstahl. Rechtsbruch wird nicht dadurch besser, dass er sich gegen Rechtsbrecher richtet.

Ein Abkommen brächte zunächst vielleicht weniger Einnahmen für den Fiskus. Doch die Bekämpfung der Steuerflucht würde endlich auf eine gesetzmäßige Basis gestellt. Zudem sind durch die weltweite Steueroasen-Debatte die Chancen günstig, den Eidgenossen Zugeständnisse abzutrotzen. Die USA haben 2011 vorgemacht, wie das geht.