Ist sie oder ist sie nicht überschritten worden, die rote Linie, die Washington für ein direktes Eingreifen im Syrienkonflikt gezogen hatte? Die Antwort auf die Frage, ob das Assad-Regime chemische Kampfstoffe gegen die Rebellen und/oder die Zivilbevölkerung eingesetzt hat, wird also von fundamentaler Bedeutung für den weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen in und um Syrien sein. Vieles weist darauf hin, dass chemische Kampfmittel, wenn auch in geringem Umfang, eingesetzt wurden.

Nur: Unbeantwortet ist die Frage, wie Pentagonchef Hagel feststellte, wer wann wo und wie welche Chemiewaffen eingesetzt hat. Hagels Vorsicht ist begründet. Schon einmal, vor gut zehn Jahren im Irak, mussten Massenvernichtungswaffen des Feindes als Kriegsgrund herhalten. Bekanntlich wurden solche aber niemals gefunden.

Eindeutig ist, dass es in dem Konflikt Parteien gibt, die eine US-Intervention in Syrien wollen. Niemand kann aber sagen, was an deren Ende stünde. Ein weiterer Irak, unüberschaubares Chaos? Also Vorsicht.