Die Argumente jeder Seite, sowohl der Gegner als auch der Befürworter der Präimplantationsdiagnostik (PID), sind nachvollziehbar. Beide Positionen haben einen tiefen ethischen Kern: Für die Gegner beginnt menschliches Leben mit dem Zeitpunkt der Befruchtung, sie wollen Selektion von gesunden und kranken Embryonen verhindern. Die Befürworter führen an, vor allem den betroffenen Paaren schweres Leid ersparen zu wollen. Keinem dieser Paare ist es zu erklären, dass eine genetische Untersuchung der befruchteten Eizelle im Vierzell-Stadium nicht erlaubt sein soll. Dagegen aber eine Spätabtreibung bei schweren Schädigungen des werdenden Kindes wenige Monate später zulässig ist.

Die Positionierung zur PID ist eine Frage des Gewissens. Hier eine eindeutige Antwort zu geben, ist schwer. Noch schwerer wird es, wenn dies die Politik zu regeln sucht. Sie sollte besser enge Grenzen setzen, damit es nicht zu Auswüchsen kommt.(Politik)