Der ThyssenKrupp-Konzern hat gestern in Ilsenburg ein Werk für Autoteile eröffnet. Unterm Strich stehen 50 Millionen investierte Euro und 180 neue Arbeitsplätze. ThyssenKrupp? Da war doch was? Der Stahlriese hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit einem Minus von 822 Millionen Euro tiefrote Zahlen geschrieben. Hunderte Stellen sollen abgebaut und 250 Millionen Euro eingespart werden. Und dann viel Geld für Ilsenburg? Ja!

Abgesehen davon, dass die hohen Verluste nicht hierzulande, sondern zum großen Teil durch schlecht laufende Stahlwerke in Übersee verursacht worden sind. Deutlicher als die Investition im Harz kann das Bekenntnis eines Unternehmens zu einem Standort nicht ausfallen. In Ilsenburg hat ThyssenKrupp nicht nur neu-, sondern damit gleichzeitig eine große existierende automobile Produktionsstätte noch einmal massiv ausgebaut. Das macht man nicht, wenn man das Vertrauen in sein Geschäft verloren hat.